Lutzmannsburg

Erstellt am 04. November 2016, 09:58

von Michaela Grabner

Sonnentherme-Verkauf vorerst „abgeblasen“. Die Sonnentherme Lutzmannsburg wird nun doch nicht privatisiert. Das haben Landeshauptmann Hans Niessl und Tourismus-Landesrat Alexander Petschnig nach der jüngsten Regierungssitzung erklärt.

Bgld. Landesmedienservice

„Das Land Burgenland wird die Sonnentherme Lutzmannsburg nicht privatisieren, sondern mit zielführenden Impulsen weiter in die Erfolgsgeschichte der  Therme investieren. Die Wirtschaftsdaten der jüngsten Vergangenheit haben sich sehr zum Positiven verändert. Weiters wurde die Auflage des Landes, mehr Lehrlinge auszubilden, vorbildlich umgesetzt. Der Bedeutung dieses Tourismus-Leitbetriebes als burgenländischer Arbeitgeber und starker regionaler Wirtschaftsfaktor wird mit dieser gemeinsamen Vorgangsweise somit Rechnung getragen“, so Niessl und Petschnig unisono. Sie beauftragten nun Sonnentherme-Geschäftsführer Harald Zagiczek mit einem Konzept betreffend Investitionsmaßnahmen.

"Schon seit Jahren wird verhandelt"

„Erst jetzt, den Geschäftsführer zu beauftragen, ein Investitionskonzept zu erarbeiten ist viel zu spät“, kritisiert Liste Burgenland-Chef Manfred Kölly, der völlige Transparenz über die Vorgehensweise für die Therme fordert.

„Schon seit Jahren wird still und heimlich hinter verschlossenen Türen verhandelt. Verkauf ja – Verkauf nein. Landeshauptmann Hans Niessl und Landesrat Alexander Petschnig sollen endlich die Fakten auf den Tisch legen und dem Landtag berichten, wer Interesse gezeigt hat die Therme zu welchen Konditionen zu erwerben. Der Landtag hat ein Recht zu erfahren, welches Spiel hier gespielt wird.“

"Ausschreibung wurde konzeptlos durchgeführt"

Auch von der ÖVP wird Transparenz eingefordert. „Wir verlangen die Offenlegung der bisherigen Vorgänge in diesem missglückten Privatisierungsprozess. Die Ausschreibung wurde konzeptlos und stümperhaft durchgeführt. Das Argument, die Therme nun doch nicht verkaufen zu wollen, weil sich die Wirtschaftsdaten zum Positiven entwickelt haben, zeugt von mangelhaftem Wirtschaftsverständnis der rot-blauen Landesregierung, denn gerade in diesem Fall wäre mit höheren Verkaufserlösen zu rechnen“, erklärt ÖVP-Chef Thomas Steiner, der ebenso wie ÖVP-Nationalrat Niki Berlakovich von „rot-blauer Planlosigkeit“ und „konzeptloser Tourismuspolitik“ spricht.

"Wollen wirtschaftlichen Aufschwung weiter gewährleisten"

Niessl und Petschnig sprechen dagegen von einer klar überlegten Entscheidung. „Unser gemeinsamer Standpunkt, die Therme nicht zu privatisieren, basiert auf strategischen Überlegungen. Wir wollen den eingeleiteten wirtschaftlichen Aufschwung weiter gewährleisten“, so Niessl und Petschnig.

„Die regionale Kooperation funktioniert derzeit so gut, wie noch nie. Zudem hat die Therme Lutzmannsburg einen sehr hohen volkswirtschaftlichen Stellenwert im Mittelburgenland. Mit künftigen Investitionen des Landes wollen wir weitere Arbeitsplätze für die Region schaffen. Wir werden auch in Zukunft hohen Wert darauf legen, dass viele Lehrlinge ausgebildet werden, denn diese jungen Fachkräfte sind das Fundament einer erfolgreichen Zukunft der Sonnentherme.“