Erstellt am 30. April 2014, 12:45

Mega-Schäden durch Wild. Hauftungsregelung / Wildschäden im Wert von 160.000 Euro wurden 2013 bezahlt. Jäger wollen Novellierung des Jagdgesetzes.

Am Bezirksjagdtag: Der Geschäftsführer des Landesverbandes, Andreas Duscher, Nationalrat Niki Berlakovich, Landesvorstandsmitglied Herbert Kraut, Bürgermeister Christian Weninger und Bezirksjägermeister Reinhold Iby.  |  NOEN

Am Sonntag fand der diesjährige Bezirksjagdtag im Gasthaus Stocker statt. Eines der Hauptthemen waren die Kosten der Wildschäden. Im vergangenen Jahr habe die Jäger im Mittelburgenland 160.000 Euro an die Landwirtschaft bezahlt, führt Bezirksjägermeister Reinhold Iby aus. Daher hatte man bereits beim Bezirksjägertag 2013 ein verfassungsrechtliches Gutachten in Auftrag gegeben.

Unterlegt mit den Erkenntnissen dieses Gutachtens wurde nun eine Petition entwickelt, in der die Novellierung des Burgenländischen Jagdgesetzes im Hinblick auf die Haftung der Wildschäden gefordert wird.

„Die alleinige Haftung des Jagdausübungsberechtigten für Schäden, deren Ursachen und Umfang er nicht beherrschen kann und noch dazu die Haftung in unlimitierter Höhe ist gleichheitswidrig und unverhältnismäßig. Damit ist eine Verletzung des verfassungsrechtlich garantierten Eigentumsrechts gegeben. Der Verfassungsgerichtshof ist der Auffassung, dass erhebliche Vermögensbelastungen, auch im besonderen öffentlichen Interesse gelegen, nur auferlegt werden dürfen, wenn sie wirtschaftlich zumutbar sind. Für eine Schadenshaftung der Jagdausübungsberechtigen kann nichts anderes gelten“, heißt es in der Petition.

„Die Petition wurde am Bezirksjagdtag beschlossen, und wird nun an die Landesregierung weitergeleitet, zwecks einer Überarbeitung des Jagdgesetzes“, so Bezirksjägermeister Reinhold Iby. Es müsste ein Konsens mit der Landwirtschaft gefunden werden.

Wildkatze kehrt in die Region zurück

Auch die Jagdstatistik 2013 war Thema. Insgesamt kann man einen Rückgang bei der Strecke beobachten (siehe Infobox oben). „Durch die Witterung wurde der Gesamtjagdbestand beeinflusst, das betrifft vor allem das Jungwild“, so Iby. Unter anderem mache die hohe Population beim Raubwild dem Niederwild zu schaffen. Auch über die Zuwanderung der Wildkatze im Gebiet von Weppersdorf wurde berichtet, außerdem rechnet Iby mit der Zuwanderung des Goldschakals.


Jagdstatistik 2013

Rotwild:
423 (davon 406 erlegt, 5 Straßentod, 12 Fallwild)
Rehwild:
3.892 (davon 3.290 erlegt, 446 Straßentod, 156 Fallwild)
Muffelwild:
27 (davon 26 erlegt, 1 Fallwild)
Damwild:
3 (davon 3 erlegt).
Schwarzwild:
2.137 (davon 2.091 erlegt, 25 Straßentod, 21 Fallwild)
Niederwild: 0
Raubwild: 99 (davon 99 erlegt)