Erstellt am 03. August 2011, 00:00

Mehr Jobs als Bewohner. ERSTAUNLICHE TATSACHE / In der 3.015 Einwohner-Stadt Oberpullendorf stehen 3.640 Arbeitsplätze zur Verfügung.

Stadtgemeinde als Arbeitgeber: Silvia Kallinger ist eine von 13 MitarbeiterInnen, die direkt im Rathaus tätig sind.  |  NOEN
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VON AZRA HODIC

OBERPULLENDORF / Die Stadt Oberpullendorf zählt mehr Arbeitsplätze als EinwohnerInnen. Die Arbeitsplatzdichte der Stadtgemeinde liegt bei 1.207 Jobs pro 1.000 Einwohner. Im Vergleich mit den anderen Bezirksstädten rangiert Oberpullendorf damit fast gleichauf mit der Landeshauptstadt Eisenstadt an der Spitze.

Eine gute Nachricht gibt es auch hinsichtlich der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen. Im ersten Halbjahr 2011 waren im Bezirk Oberpullendorf 90 Personen weniger arbeitslos und in Schulungen als 2010. Das ist ein Rückgang um 6,6 Prozent, verkündete die Geschäftsstellenleiterin des Arbeitsmarktservice Oberpullendorf, Jutta Mohl.

Die wichtigsten Branchen und Wirtschaftszweige in der Arbeitsstadt Oberpullendorf sind laut Auskunft der Stadtgemeinde das Bauwesen (22 Prozent), der Handel (16 Prozent) sowie die Bereiche Gesundheits- und Sozialwesen, Sachgütererzeugung, die öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen.

66 Prozent mehr  Arbeitsstätten seit 1991

 

Bürgermeister Rudolf Geißler führt die positive Entwicklung von Oberpullendorf als Arbeitsstadt auf die optimalen Rahmenbedingungen, die zentrale Lage und die effiziente Infrastruktur zurück. Oberpullendorf biete alle notwendigen Institute für einen erleichterten Betriebsablauf. Neben der Anzahl der Arbeitsplätze ist auch jene der Arbeitsstätten angestiegen und das um 66 Prozent seit dem Jahr 1991. Zugleich auffällig sind auch die zahlreichen Betriebsgründungen der vergangenen zwanzig Jahre hauptsächlich Kleinstbetriebe und Ein-Personen-Unternehmen.

Der Anteil der Selbstständigen in Form der Ein-Personen-Unternehmen steigt. 12,6 Prozent der Erwerbstätigen in Oberpullendorf sind selbstständig tätig, was auch daran liegt, dass der Weg in die Selbstständigkeit heute viel einfacher geworden ist. Im Zeitraum 1991 bis 2006 hat sich die Zahl der Ein-Personen-Unternehmen verdreifacht, die sich bis 2020 nochmals verdoppeln könnte, erklärte Bürgermeister Rudolf Geißler im Gespräch mit der BVZ. Trotz unserer guten Platzierung nach der Wirtschaftskrise sind wir weiterhin bemüht, die Stadt positiv weiterzuentwickeln und durch unser Stadtmarketing neue Unternehmen anzuziehen, um somit ein attraktives, förderliches Umfeld zu schaffen, hob der Stadtchef hervor.

Leerflächenmanagement und  günstige Betriebsgründe

 

So bewirbt die Gemeinde beispielsweise die Neuansiedlung von Betrieben in der Fürstenwiese und setzt sich für die Vermittlung der leer stehenden Lokale im Stadtkern ein, die detailgenau auf der Homepage der Stadt beschrieben sind. Die Frage, wie man die Geschäfte im Zentrum abermals beleben könnte, beantwortete Geißler mit seiner Vermutung, dass manche Besitzer nach wie vor die Vermietungskosten zu hoch ansetzen, was die Reaktivierung verhindern würde. Zur Erleichterung von Betriebsneugründungen im Stadtgebiet gewährt die Gemeinde Bauplätze zu einem fairen Preis. Einer unserer Ansätze für ein verbessertes Wirtschaftsklima ist die Idee, kleine und mittlere Betriebsansiedlungen durch Kooperation mit den Nachbargemeinden zu schaffen. Somit könnten auch Flächen gemeinsam genutzt werden, gab Geißler weiters bekannt.

Weitere Ziele und Strategien für die Stadtgemeinde wollen der Bürgermeister und sein Team in den Bereichen Forschung, Bildung, Kultur und Handel verfolgen. Diese Maßnahmen und Projekte liegen uns sehr am Herzen und sind bedeutungsvoll, damit die hohe Lebensqualität in Oberpullendorf weiterhin garantiert werden kann, signalisierte Geißler. An den Projekten wird derzeit noch intensiv gearbeitet, weshalb der Bürgermeister noch keine Details dazu bekannt geben wollte.