Erstellt am 30. Juli 2014, 12:09

Mitterpullendorf/Stoob: Anzeige wegen Flut. Wegen „Gemeingefährdung und Beschädigung von Eigentum“ in Mitterpullendorf wurde gegen Unbekannt Anzeige erstattet.

Hochwasser in Mitterpullendorf: Am 16. Mai führte der Stooberbach Hochwasser. Mitte Juli wurde bei Bezirkshauptmannschaft und Bezirksgericht eine Anzeige gegen Unbekannt eingebracht, dass dieses durch das Öffnen des Hochwasserrückehaltebeckens in Stoob verschuldet worden wäre.  |  NOEN, zVg

Eine Anzeige „gegen Unbekannt wegen Gemeingefährdung und Beschädigung bzw. Vernichtung von Eigentrum durch vorsätzlich oder grob fahrlässige Herbeiführung einer Flutwelle“ wurde vor Kurzdem bei der Bezirkshauptmannschaft und dem Bezirksgericht Oberpullendorf eingebracht.

Bezirkshauptmannschaft sei Vorwürfen nachgegangen

Darin heißt es zu den Ereignissen des 16. Mai: „An diesem Nachmittag wurde offensichtlich das Hochwasserrückhaltebecken Stoob-Süd vom Betreiber automatisch oder händisch geöffnet, was zu Entstehung einer Flutwelle in Mitterpullendorf linksseitig des Baches führte...“ heißt es dort.

Die Öffnung des Rückhaltebeckens ins Stoob war zu diesem Zeitpunkt nicht erforderlich, heißt es in der Anzeige. Vonseiten der Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf heißt es, dass man den Vorwürfen nachgegangen sei. „Der Grundvorwurf war, dass im Bereich Stoob etwas getan wurde, was eine Flutwelle ausgelöst hätte“, so Bezirkshauptmann Klaus Trummer.

„Weder BH noch Gemeinde hat Auftrag zum Öffnen gegeben“

Man habe auch Kontakt mit Christian Maier von der Landesregierung aufgenommen, der als Sachverständiger im Hochwasserschutz tätig und auch verantwortlich für die Bauten im Mittelburgenland sei. Maier hätte jedoch keine Informationen und auch eine Nachfrage bei der Gemeinde Stoob hätte nichts ergeben.

„Weder wir als Bezirkshauptmannschaft noch die Gemeinde Stoob hat einen Auftrag zum Öffnen gegeben“, so Trummer. Damit ist der Vorwurf nicht verifiziert und die Sache für die Bezirkshauptmannschaft erledigt.

Anzeige liegt derzeit bei der Staatsanwaltschaft

Peter Rathmanner, Vorsteher des Bezirksgerichtes, erklärt auf Anfrage der BVZ, dass man die Anzeige an die Staatsanwaltschaft in Eisenstadt weitergeleitet habe. „Diese entscheidet über die weitere Vorgangsweise, also etwa, ob es einen Strafantrag gibt“, so Rathmanner.

Magdalena Wehofer von der Staatsanwaltschaft bestätigt, dass die Anzeige eingelangt ist. „Derzeit wird geprüft, ob ein Ermittlungsverfahren einzuleiten ist und auch welcher Tatbestand laut Strafrecht vorliegen könnte“, so Wehofer.