Erstellt am 29. Oktober 2013, 11:09

Nein zu Jugendwohnheim. Gemeinderat / Mit Stimmen der Aktiven Dorfliste, SPÖ und ÖVP sprach sich der Gemeinderat mehrheitlich gegen das Projekt „Jugendwohlfahrtseinrichtung“ aus.

Hier soll die Jugendwohlfahrtseinrichtung entstehen: Für Initiator Hans Klingbacher ist das Thema noch nicht vom Tisch.  |  NOEN, Schuh

LUTZMANNSBURG / Bei der Gemeinderatssitzung am Montag wurde das Projekt „Jugendwohlfahrtseinrichtung im ehemaligen Gästehaus Advinum“ behandelt. Wie die BVZ berichtete, gab es vor Kurzem eine Informationsveranstaltung mit Projektinitiator Hans Klingbacher.

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„Die Jugendlichen sollen in Schulen und in Firmen untergebracht werden. In der Kernzeit von mittags, wenn die Schüler nach Hause kommen, bis abends werden etwa fünf bis sieben Leute anwesend sein. Außerdem ein Mitarbeiter für den Nachtdienst. Das gibt es nicht, dass die Jugendlichen allein sind. Auch am Wochenende werden die Jugendlichen betreut, wobei ein großer Teil jedes zweite bis dritte Wochenende nach Hause fährt. Die, die da bleiben, werden mit dem gleichen Personalschlüssel betreut“, erklärte Klingbacher gegenüber der BVZ.

63 Stimmen der Bürger gegen das Projekt 

Bei dieser Informationsveranstaltung wurde das Projekt vorgestellt und es gab eine Abstimmung zum Projekt – hier wurden 75 Stimmen abgegeben. 63 Stimmen waren dagegen, 11 dafür und eine Stimmenthaltung. Ortschef Christian Rohrer (Aktive Dorfliste) hätte sich auch eine Volksbefragung vorstellen können. „Nach dieser Infoveranstaltung gab es keinen Kontakt mehr zwischen mir und Klingbacher“, schilderte Ortschef Christian Rohrer von der Aktiven Dorfliste. Ein Diskussionspunkt bei der Sitzung war auch, warum die Strebersdorfer nicht zu dieser Infoveranstaltung eingeladen wurden. Jürgen Rohrer (ÖVP) entgegnete: „Es hätte schon die ganze Gemeinde eingeladen gehört, aber diese Entscheidung war sicher nicht böse gemeint und hätte das Ergebnis nicht beeinflusst.“ Anschließend stellte Ortschef Rohrer den Antrag: „Soll sich der Gemeinderat Lutzmannsburg für die Errichtung einer Jugendwohlfahrtseinrichtung wie beim Informationsgespräch im Gemeindevorstand und der Informationsveranstaltung im Gasthaus Packer vorgestellt, in Lutzmannsburg aussprechen?“

Vize Günther Toth fügte hinzu, dass jeder in der ÖVP-Fraktion für sich selbst entscheiden soll. „Es gibt keine Parteimeinung“, so Toth.

12 Stimmen der Aktiven Dorfliste, ÖVP und SPÖ sprachen sich dagegen aus – Vize Toth und Gemeinderat Walter Maszlovits, beide ÖVP, enthielten sich der Stimme. Katharina Galuska von der ÖVP begründete ihre Entscheidung: „Es hat eine Informationsveranstaltung gegeben und Interessierte konnten daran teilnehmen. Die Mehrheit war dagegen, daher ist meine Stimme heute auch nein.“

Auch SPÖ-Gemeinderat Roman Kainrath begründete seine Stimme: „Die SPÖ hat Meinungen der Bevölkerung eingeholt und es waren berechtigte Ängste und Befürchtungen zu hören.“

„Meine Entscheidung ist noch nicht vom Tisch“ 

Projektinitiator Hans Klingbacher wundert die Entscheidung des Gemeinderats nicht. „Das war schon abzusehen nach der Infoveranstaltung und was im Vorfeld für Stimmung von einigen Gemeinderäten im Dorf verbreitet worden ist“, so Klingbacher. Für ihn ist seine Entscheidung noch nicht vom Tisch. Die nächsten Schritte sollen Gespräche mit der Landesregierung sein.

Auch die Kinderfreunde Burgenland äußerten sich zu diesem Thema: „Offensichtlich werden die eigenen Grundsätze der Aktiven Dorfliste nicht wahrgenommen, wenn die Liste dort gegen Initiativen auftritt, wo es jungen Menschen mit persönlichen Problemen zu helfen gilt. Mit der sozialen Einstellung dürfte es nicht so weit her sein“, erklärt Andreas Posch, Landesvorsitzender der Kinderfreunde Burgenland. Die Kinderfreunde Burgenland befürworten die Errichtung der Wohngemeinschaft. „Die sozialpädagogische Einrichtung für Jugendliche muss eine Chance bekommen und soll eröffnet werden“, so der Landesvorsitzende.