Erstellt am 14. November 2012, 08:41

Neuer Kopf für die Kultur. Wechsel / Waltraud Ehrenhöfer gab nach zehn Jahren an der Spitze der Kulturvereinigung die Funktion als Obfrau ab. Ihr folgt Ingeborg Freyler-Pammer nach.

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OBERPULLENDORF / Kunst begleitet die neue Obfrau der Kulturvereinigung Ingeborg Freyler-Pammer schon ihr halbes Leben. Seit 17 Jahren leitet sie das Dorotheum in Wiener Neustadt, wo sie Ende des Jahres in Pension gehen wird. „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, wie sie sagt. „Ich freue mich wirklich, diese Aufgabe in Oberpullendorf übernehmen zu dürfen.“

Schon als Leiterin des Dorotheums hat sich Pammer-Freyler nicht nur um Handel, Pfand und Auktionen gekümmert, sondern auch Vernissagen, Lesungen und musikalische Darbietungen fanden unter ihrer Führung statt. „Mein Anliegen ist es, eine ehrliche Darbietung der Kunst zu übermitteln. Kunst ist nicht nur da für das Schöne. Auch bei ’hässlicher Kunst‘ kann man viel erkennen. Kunst soll uns aufwecken.“

Teil des Programms 2013 schon fix 

Für 2013 hat Pammer-Freyler schon einige Veranstaltungen fixiert. So konnte sie Dina Larot für eine Ausstellung, die am 26. September eröffnet wird, gewinnen, bei der Ölbilder, Kohlezeichnungen, Aquarelle und Porzellanteller gezeigt werden. Walter Stifter wird Ölbilder präsentieren, Wolfgang Pöll ein Blues- & Boogie-Konzert spielen. Gleich im Frühling, am 8. März, wird eine Ausstellung mit Bildern von Györgenyi Istvan zum Aufstand 1956 in Ungarn eröffnet. „Ich will auch die ungarische und die kroatische Kultur sowie die Geschichte ins Programm nehmen“, betont die neue Kulturvereinigungs-Obfrau. Ebenso wichtig ist es ihr, ein sehr breites Spektrum von Kunst zu präsentieren und dabei sucht sie auch nach neuen Wegen. „Ich habe bereits mit dem Kinobesitzer gesprochen. Dies wäre ein schöner Saal, um Kabaretts und Liederabende zu machen“, meint Pammer-Freyler. Wichtig ist es ihr auch, die Jugend mit ins Boot zu holen und zum Beispiel auch Workshops für Kinder und Jugendliche anzubieten. Die Pullenale, die Oberpullendorfer Kulturtage, möchte sie künftig unter ein Motto stellen.

„Die Inge kann was, sie ist ehrlich, hat Idealismus und die Sensibilität für die Künstler“, gewährt Waltraud Ehrenhöfer ihrer Nachfolgerin eine Menge Vorschusslorbeeren. „Ich hätte sonst nicht mit gutem Gewissen abtreten können.“ Dass sie sich aus der ersten Reihe zurückzieht, begründet Ehrenhöfer damit, dass sie in die Jahre gekommen ist und ihre Energien nun für sich selbst einsetzen möchte, solange sie noch gut sieht und ruhige Hände hat. „Ich habe seit mindestens zehn Jahren eine Batikausstellung in den Startlöchern“, meint Ehrenhöfer.

Ehrenhöfer bleibt  in Kulturvereinigung

Sie wird die Kulturvereinigung, deren Obfrau sie seit 2002 gewesen ist, als Obfraustellvertreterin weiter unterstützen. Auch die Ausstellungen „Keramik im Steinbruch“ (KiSte) und Kunst-Kontakt-Textil (KuKoTex) wird Ehrenhöfer weiter betreuen. Ihre Arbeit in den vergangenen Jahren sieht Ehrenhöfer als „Bereicherung im wahrsten Sinn des Wortes“. „Ich habe die Künstlergespräche sehr schätzen gelernt und wahrscheinlich mehr bekommen, als ich geleistet habe. Ich habe viel für mein Seelenheil profitiert“, unterstreicht sie.

Bürgermeister Rudolf Geißler bedankte sich bei der scheidenden Obfrau und hob ihre Verdienste bei der Förderung von Talenten wie zum Beispiel Sabrina Rasztovits, Elisabeth Kulman und Doris Schamp hervor. „Es muss beides möglich sein, Hochklassiges anzubieten als auch etwas, was aus der Bevölkerung entsteht, zu fördern, um die eigene Kreativität zu unterstützen“, steht Geißler hinter dem Weg der Kulturvereinigung in den vergangenen Jahren. „Ich bin froh über den Wechsel. Nicht weil ich glücklich bin, dass die Traude die Führungsposition abgegeben hat, sondern weil ich glücklich bin, dass man jemanden gefunden hat, dem man zutraut in ihre Fußstapfen zu treten und diese Qualität weiterzuführen.“

Arbeiten gemeinsam für die Kultur: Waltraud Ehrenhöfer, Ingeborg Pammer-Freyler, Bürgermeister Rudolf Geißler, Manfred Seifert, Justi Hipsság, Wolfgang Ehrenhöfer, Fritzi Csitkovics, Robert Lexl, Elisabeth Horvath, Roswitha Kniesz-Seifert und Mirja Postmann.