Erstellt am 23. Juli 2014, 09:47

von NÖN Redaktion

Voller Einsatz statt angezogener Bremse. Überraschung / Trotz Entscheidung, 2015 nicht mehr für den Landtag zu kandidieren, will sich Erich Trummer bis zum letzten Tag engagieren.

Schwerpunkt Gemeinde(n): Erich Trummer möchte sich auf die Funktionen des Bürgermeisters und Gemeindevertreterverbandspräsident konzentrieren.  |  NOEN, Grabner

Nächstes Jahr wird Erich Trummer, Bürgermeister von Neutal und Präsident des Gemeindevertreterverbandes, zehn Jahre im Landtag sein. Nun kündigte er überraschend an, bei der Landtagswahl 2015 nicht mehr kandidieren zu wollen.

BVZ: Es kam für viele sehr überraschend, dass Sie nicht mehr für den Landtag kandidieren wollen? Warum haben Sie sich zu diesem Schritt entschlossen?

Trummer: „Es sind in letzter Zeit viele Aufgaben dazugekommen. Der Spagat zwischen diesen Mehrfachfunktionen lässt sich nicht mehr machen. Ich bin vor knapp eineinhalb Jahren Gemeindevertreterverbandspräsident geworden. Die Gemeinden brauchen viel Zeit. Damit man das ordentlich machen kann, muss man sich an einer anderen Seite zurücknehmen und Zeitressourcen frei machen. Nur weitere fünf Jahre in allen diesen Funktionen funktioniert so nicht. Dieser Zeitaufwand lässt sich nicht mehr koordinieren. Auch für das Privatleben entstehen durch das Zeitmanagement enorme Auswirkungen. Schlussendlich sind private Gründe ausschlaggebend.“
 

"Eine neue Prioritätensetzung war notwendig"


BVZ: Spielen Sie mit dem Gedanken, sich auch auf anderen Ebenen aus der Politik zurückzuziehen?

Trummer: Ich werde weiterhin für den Bezirk Oberpullendorf kämpfen nur schwerpunktmäßig an anderer Stelle. Ich werde mit voller Kraft weiter für meine eigene Gemeinde als Bürgermeister und als Gemeindevertreterverbandspräsident für die 89 burgenländische Gemeinden im Verband weitermachen. Es gibt viel zu tun, zum Beispiel was einen gerechteren Finanzausgleich betrifft. Als Gemeindevertreterverbands-Präsident muss man auch österreichweit kämpfen. Das beansprucht ebenfalls viel Zeit. Eine neue Prioritätensetzung war notwendig. Und ich mache sie lieber jetzt als dahinzuwurschteln und es geht sich dann vielleicht nicht aus. Das wäre nicht ehrlich und fair den Wählerinnen und Wählern gegenüber, aber auch nicht den Funktionärinnen und Funktionären oder den Kolleginnen und Kollegen.

Was bedeutet ihre Entscheidung für ihre restliche Zeit im Landtag?

Trummer: Ich werde mein Mandat im Landtag jetzt nicht mit angezogener Handbremse ausführen, sondern weiter mit vollem Einsatz auf allen Ebenen arbeiten.“


Reaktion

"Ich bedauere es sehr, dass sich Erich Trummer nicht mehr der Wahl für den Landtag stellt, weil er einer der Top-Mandatare im Bezirk und im Landtag überhaupt ist. Er ist ein absoluter Top-Politiker, der alles, was er macht, zu mindestens 120 Prozent macht, egal ob Gemeinde oder Gemeindevertreterverband. Auch im Landtag ist er in vielen, wenn nicht sogar in allen Bereichen einsetzbar. Und er war eine der größten Zukunftshoffnungen der Sozialdemokratie. Ich bin froh, dass er dem Bezirk als Politiker nicht ganz verloren geht und mein Stellvertreter bleiben wird, was mir wichtig ist. Was die Nachfolge für sein Mandat angeht, das wird sich zeigen. Es ist schwierig hier etwas zu prognostizieren, weil noch nicht bekannt ist, wer sich der Wahl stellen wird.“

SPÖ-Bezirksparteivorsitzender Peter Rezar