Erstellt am 17. September 2014, 09:40

von NÖN Redaktion

Eröffnung: Millionen Euro für Windpark. Die prognostizierte Energieausbeute entspricht dem Jahresstrombedarf von rund 11.500 Haushalten.

Eröffnung: Abgeordneter Erich Trummer, Wolfgang Reisner, Rudolf Könighofer, Bürgermeister Johann Balogh, Landesrat Peter Rezar, Abgeordneter Rudolf Geißler, Alexander Schmidecker, Abgeordneter Manfred Kölly und Rudolf Plasil schnitten das Band durch.  |  NOEN, Grabner

138 Meter bzw. 98 Meter ragen die neun Windräder im neuen Windpark der Raiffeisen Leasing in die Höhe, der am Freitag offiziell in Betrieb genommen wurde. Der Rotordurchmesser beträgt 92 Meter, jedes der drei Rotorblätter pro Rad wiegt elf Tonnen. Da es sich um einen komplett neuartigen Windanlagentyp der Firma Enercon handelt, mussten für die Errichtung, mit der im August 2013 begonnen wurde, Spezialkräfte aus Italien beigezogen werden. Dass sieben der Windräder 138 Meter hoch gebaut wurden und zwei nur 98 Meter hoch, liegt in einer möglichst effizienten Energieerzeugung begründet.

Die prognostizierte Energieausbeute pro Jahr liegt bei 47.000 Megawattstunden, was dem Jahresstrombedarf von rund 11.500 Haushalten entspricht. „Es war eine schwere Geburt. Nun leistet die Gemeinde einen Beitrag, dass umweltfreundlich Strom erzeugt wird“, freut sich Bürgermeister Johann Balogh, dass auch die Gemeinde und die Grundstückbesitzer vom neuen Windpark profitieren.

"Saubere Energiemodelle" als Ziel

Die Idee dazu war schon vor rund zehn Jahren entstanden. „Wir beschäftigen uns seit fünf Jahren mit dem Projekt, vor eineinhalb, zwei Jahren wurde dann die richtige Konstellation gefunden“, erklärte Alexander Schmidecker, Geschäftsführer von Raiffeisen Leasing. „Wir haben in Österreich und im benachbarten Ausland mittlerweile Photovoltaik- und Windparkanlagen in Betrieb, die eine Stadt wie Graz das ganze Jahr mit Strom versorgen könnten.“

Auch in Nikitsch hofft man seitens von Raiffeisen den Windpark in den nächsten Jahren noch erweitern zu können. Sechzehn Windräder hätten in der Eignungszone Platz. „Es wird absolut notwendig sein, die Windenergie weiter auszubauen“, meinte etwa Landesrat Peter Rezar, für den die Frage der Unabhängigkeit im Energiebereich eine ganz zentrale ist. Auch Landtagsabgeordneter Rudolf Geißler meinte: „Saubere Energiemodelle, die uns unabhängig machen sind letztlich das Ziel.“

Während sich die Windräder in Nikitsch drehen und seit 21. Mai Strom erzeugen, haben diese auch schon für Spannung zwischen der Energie Burgenland und der Raiffeisen Leasing gesorgt. Ein Rechtsstreit am Handelsgericht Wien ist anhängig, weil Energie Burgenland Anspruch auf 50 Prozent des Windparks stellt. Ende Oktober soll es dazu einen weiteren Verhandlungstag geben.