Oberpullendorf

Erstellt am 05. Oktober 2016, 10:17

von Michaela Grabner

Entscheidung über Käufer für Wohnhäuser. Stadt möchte Siedlungshäuser um 242.000 Euro an Köppel & Ertl verkaufen, die nicht nur ein reines Wohnprojekt planen.

Bürgermeister Rudolf Geißler und Vizebürgermeisterin Elisabeth Trummer  |  BVZ

Einstimmig fasste der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss, die Siedlungshäuser in der Augasse an Köppel & Ertl (Baumeister und Immobilienverwaltung) zu verkaufen. Gleichzeitig wurde der Bürgermeister beauftragt, die Mieter zu einem Informationsgespräch unter Beiziehung des zukünftigen Käufers, eines Mietrechtsexperten und von Gemeinderatsmitgliedern einzuladen sowie die Vertragsunterlagen von einem Rechtsanwalt oder Notar für eine rechtswirksame Beschlussfassung erstellen zu lassen.

Dass die über 70 Jahre alten Häuser verkauft werden sollen, steht schon seit Mitte 2014 fest. Ein von einem Immobilienhändler im Zuge dessen erstelltes Gutachten hat laut Bürgermeister Rudolf Geißler einerseits die technische und wirtschaftliche Abbruchreife festgestellt, andererseits einen Wert von 222.000 Euro ermittelt. Im Frühjahr lagen der Stadtgemeinde fünf Anbote vor – zwei von Siedlungsgenossenschaften und drei von privaten Interessenten. Nun fiel die Entscheidung auf Köppel & Ertl, die 242.000 Euro geboten haben.

"Zusätzlicher Nutzen kann uns nur recht sein“

„Das Konzept sieht eine Bebauung nicht nur rein für Wohnzwecke vor, sondern es gibt drei Bereiche: Wohnen, Geschäftspassagen sowie Räumlichkeiten für Büros oder Ordinationen. Außerdem wollen sie eine Tiefgarage und einen Aufzug mitplanen“, führte Geißler aus. Gründe, die aus Sicht der ÖVP für den Verkauf an Köppel & Ertl sprechen sind einerseits, dass die Augasse durch das geplante Konzept insgesamt aufgewertet wird und das Unternehmen schon jahrelang die Hausverwaltung macht, wodurch die Mieter den Käufer kennen und einen unmittelbaren Zugang haben. „Wir verkaufen nicht, dass hier einer spekuliert, sondern dass dem Wohnbedürfnis Rechnung getragen wird. Wenn zusätzlicher Nutzen entsteht, kann uns das nur recht sein“, so Geißler.

In den derzeit 37 Wohnungen wohnen knapp über 50 Personen. „Für mich sind die Mieter im Mittelpunkt. Es muss dafür gesorgt werden, dass diese nicht auf der Straße stehen“, betonte SPÖ-Vizebürgermeisterin Elisabeth Trummer, die ein Wiederkaufrecht für die Liegenschaft forderte. „Natürlich muss sichergestellt sein, dass nicht Spekulation betrieben wird“, verwies Geißler auf die Erstellung des Kaufvertrages. „Ich glaube wir sind uns einig, dass es für die Bewohner eine gute Lösung geben soll. Es wird eine Übergangszeit geben, die für den einen oder anderen vielleicht schwierig sein wird, aber es wird sicher keiner auf der Straße stehen ohne Dach über dem Kopf.“