Oberpullendorf , Markt Piesting

Erstellt am 11. April 2018, 06:02

von Elisabeth Kirchmeir

Drogen im großen Stil: Plantage mit 1.000 Pflanzen. In zwei hochprofessionell gestalteten Indoor-Plantagen versahen zwei Serben Dienst – vier und sieben Jahre Haft.

Symbolbild  |  APA

Da zeigte sich sogar der in Drogenstrafverfahren erfahrene Staatsanwalt Roland Koch beeindruckt: „Dieser Drogenanbau lief hochprofessionell ab!“, berichtete er vorige Woche am Landesgericht Eisenstadt.

Auf der Anklagebank saßen zwei Serben im Alter von 37 und 39 Jahren. Sie hatten sich von nur mit ihrem Vornamen bekannten Personen anheuern lassen und versahen bis zu ihrer Verhaftung am 10. Jänner 2018 in Indoor-Plantagen in Oberpullendorf und Markt Piesting „Gärtnerdienste“.

Ein Insider-Tipp einer Vertrauensperson hatte die Drogenfahnder zu den Drogenzuchtanlagen geführt. In einem Einfamilienhaus in Oberpullendorf stellten die Kriminalbeamten 1.211 Cannabispflanzen sicher, in einem ehemaligen Supermarkt in Markt Piesting warteten 2.848 Cannabispflanzen auf die Ernte.

Außerdem fanden die Kriminalbeamten insgesamt fast 95 Kilogramm fertig abgepackte Cannabisblüten.

Stromleitungen angezapft

Die Angeklagten waren für das Pflanzen, Gießen, Düngen und Ernten zuständig gewesen. Für die Wärmelampen und Ventilatoren wurden erhebliche Strommengen verbraucht. Dazu hatten die Drogenzüchter die Stromleitungen der EVN und der Energie Burgenland angezapft. Die beiden Energieversorger machten einen Schaden von mehr als 200.000 Euro geltend.

Die angeklagten Drogenfarmer behaupteten, dass die professionell eingerichtete Stromversorgung bereits vorhanden gewesen sei, als sie zu den Plantagen gebracht worden waren.

„Glaubten Sie, dass der Strom legal bezogen wurde?“, fragte der Staatsanwalt. „Ja“, meinte der in Oberpullendorf verhaftete Drogenzüchter.

Ein Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Karin Lückl verurteilte die vorbestraften und großteils geständigen Angeklagten zu vier bzw. sieben Jahren Haft. Die Männer meldeten Berufung an.