Erstellt am 18. März 2015, 06:40

Öl und Treibstoff aus Müll. In Kooperation mit der Fachhochschule Burgenland forscht der Umweltdienst, wie aus der Restmüll-Schwerfraktion Öl und Treibstoff prodziert werden kann.

Begeistert vom Forschungsprojekt: UDB-Geschäftsführer Helmut Löffler, die Landesräte Peter Rezar und Helmut Bieler, Forschungsleiterin Silvia Ettl-Huber und UDB-Geschäftsführer Rudolf Haider. Foto: Grabner  |  NOEN, Michaela Grabner
Öl und Treibstoff aus Müll zu gewinnen ist das Ziel einer gemeinsamen Forschung von Umweltdienst Burgenland (UDB) und der Fachhochschule (FH) Burgenland. Konkret geht es um die Schwerfraktion im Restmüll.

Dabei handelt es sich um organisch sehr gehaltsreiche Abfallströme, die beim Müllsplitting durch die Siebtrommeln fallen. Rund 30.000 Tonnen pro Jahr fallen davon an und landen derzeit auf der Intensivrotte.

Jetzt wird Prozessentwicklung optimiert

„Es gibt vorsichtig positive Zwischenergebnisse mit Pyrolyseversuchen“, berichtet UDB-Geschäftsführer Rudolf Haider. Bei einem Pyrolyseverfahren handelt es sich um eine thermo-chemische Spaltung organischer Verbindungen. Im Labor konnte auf diese Weise Pyrolyseöl mit sehr hohem Heizwert gewonnen werden.

„Es ist auf den ersten Blick etwa vergleichbar mit Heizöl, wirtschaftlich aber noch nicht zu erzeugen“, so Haider. So seien bei den Versuchen drei Phasen herausgekommen: eine gasförmige (55 Prozent) in Form von brennbarem Pyrolysegas, eine flüssige (15 Prozent) in Form von Pyrolyseöl und eine feste (30 Prozent).

Nun gehe es darum, die Prozessentwicklung so zu optimieren, dass möglichst viel in die flüssige Form kommt bzw. die feste Phase sich so zusammensetzt, dass diese als Abfall deponierbar ist. Weitere Forschungen sind auch hinsichtlich Altholz, Altspeisefett, Fettrückständen aus Ölabscheideanlagen und Klärschlamm geplant.

Forschungspartner schon seit 2008

UDB und FH gehen gemeinsam bereits in die dritte Forschungsperiode. Insgesamt werden derzeit knapp 55 Forschungsprojekte mit einem Volumen von fünf Millionen Euro an der FH durchgeführt. Weitere innovative Betriebe, die gemeinsam mit der FH Forschungsprojekte entwickeln und daran mitarbeiten, sind willkommen.

„Das Forschungsspektrum reicht von großen internationalen Projekten bis zu punktgenauen Auftragsforschungen“, betont FH-Forschungsleiterin Silvia Ettl-Huber. „Oft sind es kleine Beobachtungen des Alltags, die uns zur Forschung bringen und zu neuen genialen Ideen.“

Vom innovativen Projekt des UDB überzeugten im Rahmen einer Betriebsbesuchstour auch die Landesräte Peter Rezar und Helmut Bieler, die auch das Isotopenlabor Imprint Analytics in Neutal besuchten. Für sie ist Forschung, Technologie und Innovation als Motor für den burgenländischen Arbeitsmarkt und den Wirtschaftsstandort eines der Kernthemen.

Umweltdienst nimmt zwei Lehrlinge auf

„Neue Verfahrenstechniken, Organisationsformen und Produkte attraktivieren den Wirtschaftsstandort Burgenland und schaffen bzw. sichern eine Vielzahl an Arbeitsplätzen im Burgenland. Die Fachhochschule ist ein Angelpunkt der Möglichkeiten für Klein- und Mittelbetriebe, der ihnen die Chance gibt, überhaupt Forschung zu machen mit Partnern“, so Bieler.

Und Rezar ergänzte: „Der Erfolg des Burgenlandes steckt künftig auch in vielen klugen Köpfen. Wir arbeiten in Zusammenarbeit mit den Betrieben und der FH Burgenland daran, die Forschung anzukurbeln und damit mehr wissensbasierte Arbeitsplätze zu schaffen. Jeder Arbeitsplatz in der Forschung schafft bzw. sichert weitere sechs bis acht in der Regel gut bezahlte Arbeitsplätze.“

Beim Umweltdienst Burgenland gibt es 220 Mitarbeiter, in der gesamten Unternehmensgruppe 260. „Wir werden erstmals auch Lehrlingsausbildung machen“, erklärt UDB-Geschäftsführer Helmut Löffler. „Wir hoffen, dass wir zwei junge Männer oder Frauen bekommen und werden ein gutes Briefing machen. Denn wir haben vor, dass diese bei uns im Haus weiter beschäftigt werden.“