Erstellt am 06. August 2014, 05:11

Stadt trennt sich von Wohnungen in Augasse. Langfristiges Ziel / Es gibt drei Interessenten. Die Häuser sollen schrittweise abgerissen und neue Wohnungen geschaffen werden.

 |  NOEN, Michaela Grabner

Über 70 Jahre haben die Siedlungshäuser der Gemeinde in der Augasse auf dem Buckel. Es gibt keine gemeinsame Zentralheizung, Decken und Böden sind nicht tauschbar, weil die Geschosse durch Holztramdecken getrennt sind und die Stiegenhäuser sind teilweise schon desolat. „Eine Sanierung ist nicht mehr möglich“, erklärt Bürgermeister Rudolf Geißler.

Gedanken sowie Ängste und Sorgen der Mieter anhören

Daher sucht man einen Partner, der die Häuser übernimmt, in weiterer Folge schrittweise abreißt und neue Wohnungen errichtet. „In den 50er- und 60er-Jahren hatte die Gemeinde einen starken sozialen Auftrag hinsichtlich Wohnungsbeschaffung, den heute größtenteils Siedlungsgenossenschaften wahrnehmen“, so Geißler.

Es hätte zwar auch eine Rücklage für die Sanierung gegeben, „damit könnte man aber nur Kosmetik betreiben. Es wäre schade, die Rücklage rauszuwerfen und in ein paar Jahren steht man vor der gleichen Situation.“

x  |  NOEN, Michaela Grabner

In den 37 Wohnungen, die sich in fünf Blocks bzw. zwei Häusern befinden, wohnen knapp über 50 Personen. Nachdem man sich seitens der Stadtgemeinde versichert hatte, dass es drei potenzielle Interessenten gibt, wurden die Mieter bei einer Versammlung informiert. „Wir wollten uns ihre Gedanken sowie ihre Ängste und Sorgen anhören“, sagt Geißler. Diese betreffen zum Beispiel Investitionsablösen oder die zukünftigen Mietpreise.

„Aufgrund der Diskussion haben wir angeboten, einen Mietrechtsexperten einzuladen, der die Mieter auf Kosten der Gemeinde zu ihren Fragen berät“, so Geißler.

Diese Mieterberatung mache aber erst Sinn, wenn der künftige Partner feststeht. Die nächsten Schritte sind die Einholung von Sachverständigengutachten – einerseits darüber, dass eine Sanierung nicht vertretbar ist, andererseits betreffend dem Wert der Liegenschaft inklusive Gebäude und Rücklagen. Danach werden die Bewerber nochmals zur Abgabe von konkreten finanziellen Angeboten sowie Konzepten zur Abwicklung eingeladen.

"Legen Wert auf einen Partner, bei dem Bewohner bestens aussteigen"

Grundsätzlich wird die Vorgangsweise in etwa so sein, dass bestehende Wohnungen nicht nachbesetzt werden und man so versucht Mieter in ein Haus zu konzentrieren und damit und durch andere Wohnungsangebote einen Block frei zu bekommen. Dieser wird dann weggerissen und neu gebaut.

„Wir haben keine Eile, wir legen Wert darauf Partner haben, bei dem die Bewohner bestens aussteigen“, betont Geißler. „Es ist wichtig, dass es für die Mieter ein verträgliches Übergangskonzept gibt und es auch für die Gemeinde eine gute Lösung ist.“