Erstellt am 03. Dezember 2014, 06:52

Erfolg mit Ersthelfer-System. First Responder sind im Bezirk im Durchschnitt um 8,5 Minuten schneller am Einsatzort als Rettungsfahrzeuge. Besonders im Nordosten des Bezirks gab es viele Einsätze.

Freuen sich über den Erfolg: Bezirkshauptmann Klaus Trummer, Christoph Berdenich, Landesrat Peter Rezar, Rot Kreuz-Bezirksstellenleiter Franz Stifter, Angeordneter Rudolf Geißler und Alois Robic.  |  NOEN

44 First Responder sind bei der Rot Kreuz-Bezirksstelle registriert, 50 sind das erklärte Ziel von Bezirksstellenleiter Franz Stifter und seinem Team.

First Responder sind ausgebildete Sanitäter und hauptberufliche oder freiwillige Rot Kreuz-Mitarbeiter, die in ihrer Freizeit mit ihren Privat-Pkw zu Notfällen per SMS zusätzlich zur Rettung alarmiert werden und mittels professioneller Ausrüstung sanitätshilfliche Maßnahmen durchführen können.

„Im Schnitt achteinhalb Minuten früher vor Ort“

Eine Analyse von 700 First Responder-Einsätzen von 2005 bis 2013 im Bezirk bestätigt nun die Vorteile dieses Systems: eine schnellere Eintreffzeit, frühzeitige sanitätshilfliche Intervention bei zeitkritischen Notfällen sowie eine erweiterte Erste Hilfe-Leistung.

„Die First Responder sind im Durchschnitt achteinhalb Minuten früher vor Ort als das Rettungsmittel. Das kann bei einem Atem-Kreislaufstillstand ein Menschenleben sein“, so Christoph Berdenich, der die Analyse für seine Diplomarbeit durchführte. Er wertete 44 Reanimationen aus.

Die primäre Erfolgsrate im Sinne eines Transports in das Krankenhaus mit wiederhergestelltem Kreislauf war 20,5 Prozent, was Berdenich im Vergleich mit anderen Analysen auf eine gute Erfolgsrate der primären Wiederherstellung des Kreislaufes durch First Responder rückschließen lässt.

„Das System im Bezirk ist ein international einzigartig“

71 Prozent der Einsätze erfolgten in einer Entfernung von mehr als 9,25 Kilometer Luftlinie von der Bezirksstelle, was für die Rettung eine Fahrzeit von über zehn Minuten bedeutet. Die meisten Einsätze gab es in Deutschkreutz, Horitschon, Neckenmarkt sowie Lockenhaus.

„Das System im Bezirk ist ein international einzigartig. Der Aus- und Aufbau eines First Responder Systems in ländlichen Gebieten kann empfohlen werden, sofern die finanziellen und technischen Rahmenbedingungen gegeben sind. In diesem Fall ergibt sich ein Gewinn im Sinne einer schnelleren sanitätshilflichen Versorgung“, so Berdenich.

Gesundheitslandesrat Peter Rezar meinte abschließend: Dieses Modell kann sollte und muss Schule machen, nicht nur im Burgenland.“