Erstellt am 10. Februar 2016, 04:58

von Michael Pekovics

Oberwart: Machtkampf im Spital. Misstöne bei Verhandlungen um Zukunft der Ärztlichen Leitung: Derzeit kommunizieren die Anwälte miteinander.

Vertrag bis 2018. Kurt Resetarits nimmt zu den laufenden Verhandlungen keine Stellung, die KRAGES schon.  |  NOEN, zVg
Während im Lauf dieser Woche die Stellen für die Ärztliche Leitung der Krankenhäuser Oberpullendorf und Güssing ausgeschrieben werden, stehen die Zeichen in Oberwart auf Sturm.

Grund dafür sind die laufenden Vertragsverhandlungen zwischen der KRAGES (Burgenländische KrankenanstaltengmbH) und dem bisherigen Ärztlichen Leiter aller drei genannten Häuser, Kurt Resetarits.

Und die dürften alles andere als harmonisch verlaufen. Laut KRAGES wird derzeit jedenfalls nur „über die Anwälte“ kommuniziert: „Resetarits selbst redet nicht mit uns.“

Resetarits hat noch einen Vertrag bis 2018 – ohne Kündigungsklausel, aber eben für die Ärztliche Leitung dreier Krankenhäuser. „Laufenden Vertragsverhandlungen möchte ich nicht vorgreifen“, gibt sich der Mediziner auf Anfrage der BVZ sehr zurückhaltend.

Ärztlicher Leiter muss auch Primar sein

Hintergrund der Unstimmigkeiten zwischen KRAGES und Resetarits dürfte sein, dass mit der Wiedereinführung des alten Systems mit der Ärztlichen Leitung auch die Ausübung einer Primartätigkeit verbunden ist.

Außerdem ist laut Gesetz eine hauptberufliche ausgeführte Direktion nur dort möglich, wo die notwendige Bettenanzahl erreicht wird – das ist weder in Oberwart noch in Eisenstadt der Fall. Resetarits soll nun aber das Angebot der KRAGES, nämlich die Leitung der Oberwarter Gynäkologie, abgelehnt haben und Forderungen gestellt haben, auf die sich die KRAGES nicht einlassen will.

„Die Verhandlungen laufen, mehr können wir dazu nicht sagen“, heißt es aus der Zentrale in Eisenstadt. Zwischen den Zeilen klingt aber Verärgerung durch: „Wir haben nicht vor, ihn abzuberufen. Aber wenn er meint, das passt nicht, dann muss er uns klagen.“