Erstellt am 14. November 2012, 00:00

Obstbauern bangen um den Apfelpreis. Weniger Ernte / Nicht nur die seit Jahren sinkenden Preise, sondern auch Hagel und Frost machten heuer den Bauern das Leben schwer.

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KLOSTERMARIEBERG/REGION /  Rechtzeitig zum Tag des Apfels am 9. November ist auch rund um Klostermarienberg, das im Burgenland zu den Hauptanbaugebieten für das Obst gehört, die Ernte beinahe abgeschlossen. Auf etwa 100 Hektar werden von fünf Betrieben Äpfel angebaut.

„Heuer gibt es durch die Frostschäden weniger Äpfel, daher hoffen wir auf einen höheren Preis. Seit 2007 haben wir ein Minus von 40 Prozent beim Preis von Äpfeln“, so Johann Plemenschits, Obstbauverbands-Präsident aus Klostermarienberg. „Es wird im Ort etwa ein Viertel weniger Ernte geben und dadurch einen besseren Preis, das wird das Viertel an Menge aber nicht ausgleichen“, glaubt Plemenschits.

Bauern verkaufen auf Kommission 

Was die Bauern tatsächlich für ihre Ernte bekommen werden, wird man erst in etwa einem Jahr wissen. Denn die Äpfel werden auf Kommission an die Vermarkter verkauft. Diese verkaufen sie dann weiter und verrechnen auch ihre eigenen Kosten, etwa für die Lagerhaltung. Erst dann kann man auch sagen, wie viel die Apfelbauern wirklich verdient haben. „In den vergangenen vier Jahren wurden die Bauern unter dem Aufwand entlohnt“, führt Plemenschits aus. Denn die Produktionskosten würden bei etwa 35 bis 40 Cent pro Kilogramm liegen – bei der Ernte im Jahr 2011 wurden etwa 30 Cent pro Kilogramm Äpfel bezahlt. „Als Bauer muss man alles ein Jahr vorfinanzieren“, so Plemenschits.

Durch Hagel sind Äpfel nur mehr Pressobst 

Auch Apfelbauer Hermann Stipkovich aus Klostermarienberg erklärt: „Wir kommen gerade durch. Diesel und Spritzmittel werden teurer, und die Äpfel werden billiger.“ Durch die Hagelschäden im heurigen Jahr seien die Äpfel der Sorte „Golden Delicious“ nur mehr Pressobst, führt er weiter aus. Für dieses bekommt man 12 Cent pro Kilogramm, sonst wären es etwa 20 bis 28 Cent.

Preisverfall: Obstbauverbands-Präsident Johann Plemenschits führt aus, dass es seit 2007 eine kontinuierliche Preisentwicklung nach unten gegeben hat.