Erstellt am 16. Juli 2014, 23:59

von NÖN Redaktion

ÖVP ging früher: Keine Vergaben für Zentrum. Gemeinderat / Aufträge in Höhe von 2,6 Millionen Euro hätten vergeben werden sollen, doch dazu kam es nicht. Neuer Termin: 12. August.

STEINBERG-DÖRFL / Die Vergabe der Arbeiten für das Gemeindezentrum mit Gemeindeamt, Arztpraxis, Café, Multifunktionssaal und Jugendzentrum hätte am 14. Juli im Gemeinderat über die Bühne gehen sollen. 19 Punkte standen dafür auf der Tagesordnung. Noch vor Eingang in diese kritisierte Vizebürgermeister Josef Krutzler (ÖVP), dass er anhand der erhaltenen Vergabeunterlagen zwar sehen könne, dass beispielsweise die Schlosserarbeiten 250.000 Euro umfassen, aber nicht, was man dafür bekommt. „Wir stimmen über 2,6 Millionen Euro ab und kaufen die Katze im Sack“, meinte Krutzler. SPÖ-Bürgermeisterin Klaudia Friedl wollte diesen Einwand nicht gelten lassen. Sie wies darauf hin, dass im Frühjahr Architekt Richter damit beauftragt wurde, alle Gewerke auszuschreiben. „Wir haben Fachleute beauftragt, das Konzept analog zum vergebenen Gebäude zu berechnen“, betonte Friedl. Außerdem verwies sie auf eine Besprechung mit dem Architekten, Krutzler und ihr, wo der Bestückungsplan besprochen worden sei. „Wir sind alle keine Fachleute, daher leisten wir uns Architekt Richter “, so Friedl.

Krutzler war der Ansicht, dass dieser dann auch kommen sollte, um zu erklären, welche Fenster und welche Ziegel die Gemeinde für ihr Geld bekommt. ÖVP-Gemeinderätin Eveline Huber argumentierte, dass es ja zum Beispiel verschieden ausgeführte Fenster oder Böden gebe. „Wir selbst haben festgelegt, dass es nicht die billigste und nicht die teuerste Schiene sein soll, sondern der Mittelweg. Das war der Auftrag von uns und das wurde auch immer so dargestellt“, konterte Friedl. Der Architekt hätte dann zum Beispiel festgelegt, welche Fenster für das Heizkonzept optimal seien. Bei der Bemusterung könne man sich die Farben, etc. aussuchen. „Ich habe Anfang Juni informiert, dass die Ausschreibung läuft. Wenn euch dies so wichtig ist, hättet ihr damals etwas sagen können“, so Friedl.

Krutzler bestand darauf, vor der Abstimmung wissen zu wollen, was in der Ausschreibung steht. Er beantragte die Vertagung der Punkte 1 bis 19, was mit 9 SPÖ-Gegenstimmen zu 6 ÖVP-Stimmen abgelehnt wurde. „Dann muss ich leider entscheiden, dass wir die Sitzung verlassen, weil ich möchte mir die Ausschreibung anschauen“, so Krutzler, bevor die ÖVP ging. Am 12. August soll eine weitere Sitzung zu denselben Tagesordnungspunkten stattfinden.