Erstellt am 23. April 2013, 14:07

Organisierte Hilfe von Nachbarn. Zwölf Gemeinden planen ein Dorfservice mit ehrenamtlichen Helfern – derzeit wird der Bedarf erhoben.

Erster Infoabend: In Steinberg erfolgte der Auftakt zu den Präsentationen. Mit dabei waren Andrea Lagler (l.) und Hannes Klein (r.) vom RMB, Bürgermeisterin Klaudia Friedl (M.), Vize Josef Krutzler (2.v.l.) und Astrid Rainer.  |  NOEN
Ein alter Mann muss zum Zahnarzt in den Nachbarort, eine alte Dame kann nicht selbst Rasen mähen, eine junge Mutter braucht jemanden, der zwei Stunden auf ihren kleinen Sohn aufpasst: In solchen Fällen soll künftig ein Anruf beim Dorfservice genügen.

Zwölf Gemeinden des Bezirks – Unterfrauenhaid, Horitschon, Lackenbach, Lackendorf, Raiding, Neckenmarkt, Piringsdorf, Steinberg-Dörfl, Oberloisdorf, Mannersdorf, Frankenau-Unterpullendorf und Lutzmannsburg – beteiligen sich an einem Pilotprojekt, um eine „organisierte Nachbarschaftshilfe“ auf die Beine zu stellen. Als Vorbild dient ihnen ein 2007 im Kärntner Drautal gestartetes Projekt, das mit vier Gemeinden begonnen hat und nun 12 Gemeinden, sechs teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter, 110 ehrenamtliche Mitarbeiter und 800 Klienten umfasst (www.dorfservice.at). „Das Dorfservice soll den Bedarf an Alltagsdienstleistungen decken, also quasi eine Art Nachbarschaftshilfe neu sein“, erklärt Projektbegleiterin Astrid Rainer.

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Derzeit werden Infoabende mit Präsentation der Fragebogenaktions-Ergebnisse, die Wünsche und Angebote erhoben haben (siehe Infobox), durchgeführt. „Hol- und Bringdienste waren immer ein Renner. Auch handwerkliche Tätigkeiten sind gefragt. In keiner Gemeinde gab es einen Punkt, der nicht gewollt ist“, so Rainer. „Positiv überrascht hat mich, dass von jenen, die die Fragebogen retourniert haben, drei Viertel oder mehr gesagt haben, sie möchten etwas für andere tun.“

Nächste Schritte sind eine Exkursion nach Kärnten sowie die Klärung der rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen. Ende Juni soll für jede Gemeinde ein Umsetzungskonzept vorliegen, auf dessen Basis entschieden werden kann, ob und in welchem Ausmaß die Gemeinde das Dorfservice realisieren möchte.