Erstellt am 28. November 2012, 00:00

Pendler am Wort. Gespräch /  In Deutschkreutz konnten Pendler mit Verantwortlichen der ÖBB und der Raaber Bahn über Kritikpunkte diskutieren.

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DEUTSCHKREUTZ/REGION / Etwa dreißig Personen waren zum Pendlergespräch ins Gasthaus Grund am Bahnhof gekommen. Von den ÖBB waren Erich Holzweber und Helmut Hauser von der Raaber Bahn Alfred Szuppin und Roland Steiner anwesend. Hauptthema war der Fahrplanwechsel am 9. Dezember. So wurde kritisiert, dass schnelle Verbindungen von Wiener Neustadt nach Deutschkreutz gestrichen wurden. Hier verwies Hauser darauf, dass die Strecke Wiener Neustadt – Sopron aufgewertet wurde und daher einige bis Deutschkreutz geführte Verbindungen, die schlecht ausgelastet waren, gestrichen wurden. Er forderte die Pendler aber auch auf, eine Liste mit den Betroffenen an ihn zu schicken, um deren Zahl abschätzen zu können. Weiters merkte er an, dass man um 7.28 Uhr eine neue Verbindung nach Wien hätte, dafür würde der Zug um 18 Uhr wegfallen.

Auch der Umstieg gestalte sich oft schwierig, so ein Pendler. So würde ein Zug bereits mehrmals die Woche ohne ersichtlichen Grund vor Wien Hauptbahnhof stehen bleiben, und die Pendler würden die Verbindung verpassen. Hauser meinte, dass es praktisch nicht umsetzbar wäre, dass die Pendler aus allen Zügen zur Schnellbahn umsteigen können. Man versicherte, dieser Sache nachzugehen, verwies aber auf die Bautätigkeiten. „In letzter Zeit gab es auch Kupferdiebstähle, das wirkt sich auch immens aus“, so Holzweber.

Ebenfalls angesprochen wurde die Strecke Neckenmarkt/Horitschon nach Deutschkreutz. „Wenn der Zug von Neckenmarkt nur ein bisschen schneller wäre, hätte man auch weniger Probleme mit den Autos beim Park&Ride“, führte ein Pendler aus. Bürgermeister Manfred Kölly erklärte, dass etwa 160 bis 180 Autos täglich bei der Anlage stehen. Man habe auch schon Überlegungen angestellt, diese zu vergrößern. Dazu müsste man aber den Rübenplatz verlegen, was eine größere Lösung mit entsprechender Infrastruktur von Nöten machen würde.

Hauser konnte außerdem nicht mit Sicherheit sagen, ob mit dem Fahrplanwechsel auch diese Strecke wegfallen würde. „Wir haben die Zusage von der ÖBB Infrastruktur AG, dass es, bis es eine Nachfolgelösung gibt, Güter- und Personenverkehr auf der Strecke gibt“, so Peter Zinggl, Verkehrskoordinator des Landes.

Auch Vertreter der Bürgerinitiative gegen die Schleife Wulkaprodersdorf waren anwesend. „Die Schleife würde für Sie massive Auswirkungen haben. Direktpendler nach Eisenstadt müssten zwar nicht mehr umsteigen, aber die nach Wien würden massive Einschränkungen spüren“, so Stefan Ivanschitz. Er rechnete vor, dass die Züge dann etwa sechs Minuten länger nach Eisenstadt und wieder zurück fahren würden, dazu kämen noch Warte- und Umsteigezeiten. Zinggl kann über Fahrtzeiten noch keine Auskunft geben, denn: „Die Schleife ist erst für Ende 2014 oder 2015 vorgesehen.“ Er meint aber, dass es vergleichbare Zeiten wie bei der Fahrt über Wulkaprodersdorf geben würde. Für die meisten Zugpendler aus Deutschkreutz wäre aber ohnehin die Strecke über Wiener Neustadt relevanter.

Informierten: Erich Holzweber, Helmut Hauser, Manfred Kölly, Roland Steiner und Alfred Szuppin.