Erstellt am 09. Juli 2014, 10:53

von NÖN Redaktion

Protest gegen geplante Zusammenlegung. Runder Tisch gefordert / Eltern und Gemeinde sprachen sich in Briefen an den Landesschulrat gegen die Pläne aus.

Setzen sich für ihre Schulleiterin ein: Rene, Lisa, Manuel, Leon, Maja und Klara und ihre Eltern Michael Maurer, Yvonne Maurer, Rene und Sylvia Maschler, Nadine und Silvia Pillhofer, Silke Mandl-Hofer, Johann Maschler, Hannes Mandl, Dagmar Hauser und Gerlinde Iby-Mandl.  |  NOEN, zVg

Acht Direktorenposten weniger soll es ab dem kommenden Schuljahr im Mittelburgenland geben. Unter anderem ist geplant, dass der Schulleiter/die Schulleiterin der Volksschule Steinberg-Dörfl dann auch die Schulen Oberloisdorf und Piringsdorf mitbetreuen soll.

In Piringsdorf regt sich nun Protest gegen dieses Vorhaben. Seitens des Elternvereins wurde ein Brief an den Landesschulrat geschickt, in dem man einen runden Tisch mit Landesschulratspräsident Gerhard Resch, Landeshauptmann Hans Niessl und Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl fordert. Auch seitens der Gemeinde fordert man, dass die betroffenen Gemeinden und Lehrkräfte in die Entscheidungsfindung eingebunden werden. Bürgermeister Stefan Hauser apellierte in einem Brief an den Landesschulrat, dass die derzeit mehr als nicht zufriedenstellende Situation neu überarbeitet wird.


Brief des Ortschefs an Landesschulrat

Auszüge aus dem Brief von Bürgermeister Stefan Hauser an Landesschulratspräsident Gerhard Resch:

Die Gemeinde Piringsdorf hat mit Entsetzen die Nachricht über die Medien erhalten, dass die Volksschule Piringsdorf ab dem Schuljahr 2014/15 nicht mehr vor Ort von einer Lehrkraft geleitet wird. Es ist mehr als menschenverachtend, wie der Gesetzgeber und ihre Dienststelle als ausführendes Organ mit Kommunen und Lehrkräften verfahren. Die betroffenen Lehrkräfte und Kommunen haben keine Möglichkeit gehabt, sich in irgendeiner Form bei der Neugestaltung der Leitungen einzubringen.

Die ganze Vorgehensweise missachtet unsere so hochgelobte Demokratie in jedweder Art und Weise.

Bisher haben SchulleiterInnen, besonders auch unsere provisorische Leiterin Michaela Töpfer stets auch für die Gemeinde und in der Gemeinde für die Gemeinschaft mitgearbeitet. Das letzte Projekt, für das sie sich besonders engagiert hat, ist eine Aufarbeitung und Dokumentation unserer Piringer Mundart. Wie soll bzw. könnte dies in dem neuen System geschehen? Eine leitende Lehrkraft, die drei bis fünf Schulen zu leiten hat, wird kaum am Gemeindeleben der Kommunen mitarbeiten können bzw. wollen – allein aufgrund des Zeitaufwands eine Unmöglichkeit.

Ganz abzusehen ist auch von den kommunizierten Einsparungen durch die Zusammenlegungen – jedes Schulkind kann heute errechnen, dass das neue System in keinster Weise billiger sein kann.

Ich appelliere an alle verantwortlichen Stellen, die mehr als nicht zufriedenstellende Situation zu überarbeiten und die betroffenen Gemeinden und Lehrkräfte in die Entscheidungsfindung einzubinden.


Reaktionen der Eltern

„Wir möchten, dass Michi weiterhin Schulleiterin bleibt. Warum soll man etwas ändern, wenn es super funktioniert?“

„Es ist ein Wahnsinn, dass jemand kommt, den niemand kennt und die gute Zusammenarbeit zwischen Elternverein und Direktorin zerstört. Die Volksschule war immer im Dorfleben eingebunden.“

„Als Lehrerin darf Michi keine eigenen Entscheidungen treffen. Eltern müssen auf Dörfl fahren, wenn Probleme auftreten oder Sonstiges. Ein Qualitätsverlust der Schulen ist vorprogrammiert.“

„Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern ist wichtig. In gewissen Situationen gehört sofort gehandelt und nicht erst ein paar Tage später.“

„Wir sind gegen die Zusammenlegung.“