Erstellt am 09. Januar 2013, 00:00

Polit-Wirbel um Praxis. Zwischen zwei Gemeinden / Die Finanzierung der Arztordination sorgt für Diskussionen zwischen Piringsdorf und Unterrabnitz.

 |  NOEN

PIRINGSDORF/UNTERRABNITZ-SCHWENDGRABEN / Für politischen Wirbel sorgt die Nutzung der Arztordination in Piringsdorf. Die Gemeinden Steinberg-Dörfl, Piringsdorf und Unterrabnitz-Schwendgraben bilden einen Sanitätskreis, Berufssitz des Kreisarztes ist Steinberg. An zwei Tagen pro Woche wird in Piringsdorf Ordination gehalten, was auch Unterrabnitzer und Schwendgrabener nutzen.

Die Gemeinde Piringsdorf hat ein an die Ordinationsbesucher aus Unterrabnitz gerichtetes Schreiben ausgehängt, das Unterrabnitz‘ Ortschef Franz Haspel sauer aufstößt. Darin heißt es: „Die Gemeinde Piringsdorf hat als Serviceleistung für ihre BürgerInnen eine Arztordination errichtet, wo selbstverständlich jeder herzlich willkommen ist. Leider ist die Gemeinde Unterrabnitz-Schwendgraben seit Jahren nicht bereit, sich an den Kosten für die Aufrechterhaltung – wie Heizung, Strom, Licht, etc. – zu beteiligen. Um dieses Service auch weiter aufrecht zu erhalten und zur Verfügung stellen zu können, ersuchen wir Sie, sich diesbezüglich mit ihrer Gemeindevertretung in Verbindung zu setzen.“

Haspel empfindet das Schreiben als „Provokation“ und verweist auf §13 des Gemeindesanitätsgesetzes, wonach die Gemeinde, die eine Zweigstelle hat, die Kosten dafür tragen muss. Bis 2010 habe man freiwillig halbjährlich 600 Euro gezahlt, dies aber dann eingestellt, weil Unterrabnitzer Bürger zum Beispiel auch in Draßmarkt oder Pilgersdorf zum Arzt gehen. „Man hätte über alles reden können. Ich warte auf ein konkretes Gespräch. Ich rede keinen an, dass ich ihm Geld zahlen darf“, so Haspel. „Die Leute reden mich auf dieses Schreiben an. Wenn sie zur Kontrolle bestellt sind, gehen sie mit schlechtem Gewissen in die Praxis hinein“, sieht er sich mit Beschwerden konfrontiert.

Beschwerden werden auch an Piringsdorfs Bürgermeister Stefan Hauser herangetragen. „Da der Arzt nur eine begrenzte Zeit vor Ort ist, ist es ein Unterschied, ob 20 oder 40 Leute da sind“, erklärt Hauser, warum viele Piringsdorfer wenig Verständnis dafür zeigen, dass die Nachbargemeinde die Ordination mitnutzt, aber nicht mitzahlt. Für Hauser ist die Praxis, die man dem Arzt kostenlos zur Verfügung stellt, eine Serviceleistung für die Bürger. Der Gemeinde kostet diese mit Miete sowie Strom, E-Card-Gebühren, etc. im Monat rund 1.000 Euro.

Laut Hauser sei nach der Schließung der Praxis in Unterrabnitz der damalige Bürgermeister an ihn herangetreten und habe ihn ersucht, die damalige Praxis im Musikheim an Dienstag Nachmittagen um 100 Euro im Monat zu mieten. Später sei die Zahlung eingestellt worden, die Leute aus Unterrabnitz würden aber nach wie vor in die nun neue Praxis kommen.

„Jeder hat freie Arztwahl, aber warum sollen wir für die Unterrabnitzer zahlen? Die Gemeinde Unterrabnitz stellt für die Piringsdorfer auch nichts kostenlos zur Verfügung“, so Hauser. Es habe bezüglich einer Kostenbeteiligung offizielle Briefe gegeben. „Muss ich quasi das Gespräch suchen, dass seine Leute in die Praxis kommen können“, fragt sich Hauser, der Handlungsbedarf beim Ortschefkollegen sieht. „Sie können die Praxis gerne mitbenutzen. Ich bin für Zusammenarbeit der Gemeinden, egal welche Partei.“

Finanzierung der Praxis: Piringsdorf möchte, dass Unterrabnitz mitzahlt.

Waldhäusl / Sven Weber