Erstellt am 05. Oktober 2011, 08:37

Polizei als Berufung und nicht nur als Beruf. PENSIONIERUNG / Stadtpolizeikommandant Werner Prenner geht nach 37 Jahren bei Gendarmerie bzw. Polizei in den Ruhestand.

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VON AZRA HODIC

OBERPULLENDORF /  Als Probegendarm hat er am 1. Jänner 1974 am Gendarmerieposten Oberpullendorf angefangen, um im Jahr 1992 zum Postenkommandanten ernannt zu werden: Werner Prenner, der am zweitlängsten dienende Kommandant der Polizeiinspektion Oberpullendorf, ging mit 30. September in Pension. „Auf der einen Seite verspüre ich Wehmut, auf der anderen Seite ist der Zeitpunkt meiner Pensionierung gekommen“, so Prenner.

Unter seiner Ära sei die Dienststelle drei Mal umgebaut worden, für deren Zubau im Jahr 2000 hätte er mit aller Kraft gekämpft. „Ich gehe nicht mit Groll“, meint Prenner. Freundschaften hätten sich in der jahrelangen Dienstzeit vertieft. „Wir haben etliche Feiertage, Wochenenden und Arbeitstage miteinander verbracht. Man wächst mit der Gemeinschaft auf und wird Teil davon“, erzählt der ehemalige Stadtpolizeikommandant.

Einige tragische Vorfälle, die sich in seiner 37-jährigen Dienstzeit ereignet haben, werden ihm auch in seiner Pension in Erinnerung bleiben. „Mir hängen der Mord an einer Kellnerin und ein Selbstmord sehr nach. Wenn man solch erschütternde Geschehnisse miterlebt, lässt einen das nicht kalt“, erzählt Prenner. „Vor allem dann, wenn mir bewusst wurde, dass ich nicht mehr Hilfe leisten kann – das nahm mich immer mit“, schildert er weiter.

„Zur richtigen Zeit,  das Richtige tun“

Polizist zu sein, war für Werner Prenner möglicherweise mehr als nur sein Beruf. „Mein Vater, mein Onkel und mein Trauzeuge waren Polizisten. Vielleicht ist es doch mehr meine Berufung“, schmunzelt Prenner.

Einen guten Polizisten machen seiner Meinung nach vor allem eine Portion Menschenkenntnis, Fingerspitzengefühl und eine gute Ausbildung aus. „Zur richtigen Zeit, das Richtige tun“, so lautet sein überzeugter Grundsatz. In seinem Ruhestand möchte er besonders seinen persönlichen Hobbys und Leidenschaften nachgehen. „Städtereisen, Jagen, Musicals und Konzerte stehen bei mir in Zukunft hoch im Kurs“, verrät Prenner seine Vorhaben.

Nachfolger für Posten  noch nicht bekannt

Wer ihm als Stadtpolizeikommandant nachfolgen wird, ist noch unklar. „Im Moment ist es noch nicht absehbar, wann die Entscheidung feststeht“, meint Bezirkspolizeikommandant Oberstleutnant Emmerich Schedl. In drei Monaten etwa wird das Landespolizeikommando zu einem Entschluss kommen. Bis einer der Bewerber im Verfahren vom Landespolizeikommando auserwählt wird, übernimmt und erledigt Kontrollinspektor und Stellvertreter Josef Neubauer die Arbeit des ehemaligen Stadtpolizeikommandanten.

Obwohl ihm der Abschied sehr schwer fällt, ist er sich dennoch sicher, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist: Stadtpolizeikommandant Werner Prenner ging mit Ende September in seinen wohlverdienten Ruhestand. Trotzdem schließt er nicht aus, in den kommenden Jahren für ein paar Monate seinen alten Posten wiederaufzunehmen.

HODIC