Erstellt am 07. August 2013, 00:00

Protest gegen Hühner. Unterschriftenaktion / Anrainer fürchten Geruch, Lärm sowie Feinstaub durch geplanten Stall. Ortschef: „Letztes Wort noch nicht gesprochen.“

Anrainer auf den Barrikaden: Viele Bewohner fürchten, dass sich ihre Lebensqualität durch das geplante Projekt verschlechtern wird.  |  NOEN

KLEINWARASDORF / Große Proteste innerhalb der Bevölkerung gibt es gegen Pläne für einen Hühnerstall in Kleinwarasdorf. Bereits 380 Unterschriften wurden von den Gegnern im Ort gesammelt, wo rund 450 Menschen leben. Laut Anrainern sollen drei Doppelställe für 18.000 Hühner gebaut werden.

Sie fürchten unter anderem eine Geruchs- und Lärmbelästigung  sowie Feinstaubbelastung und eine Wertminderung ihrer Häuser und Grundstücke. „Wir sind nicht gegen eine Bioeierproduktion, aber nicht vor unserer Terrasse, vor unserer Haustür“, so die Anrainer. Man habe dem Bauern angeboten, Grundstücke zu tauschen, damit der Stall nicht direkt an das Wohngebiet angrenzt. Dieses Angebot habe er aber nicht angenommen.

„Gemeinde kann nicht über uns drüberfahren“ 

Bei der Gemeinderatssitzung am 27. Juni wurde in jedem Fall der Antrag auf Umwidmung in ein Betriebsgelände einstimmig beschlossen. Vizebürgermeister Helmut Orisich, der anwesend war, als sich die Anrainer an die Medien wandten, meinte, dass man im Vorfeld wenig Informationen zu dieser Umwidmung hatte. „Die Distanz war den wenigsten bewusst“, so Orisich.

„Die Gemeinde kann nicht einfach über uns drüberfahren“, klagten die Anrainer selbst. Und weiter: „Der Bürgermeister nimmt uns nicht ernst.“

Einen Vorwurf, den Ortschef Rudi Berlakovich zurückweist. „Ich war bereits zwei Mal mit dem Umweltgemeinderat bei den Anrainern. Man wollte von mir, dass ich das Projekt an Ort und Stelle ’abkragle‘. Ich verstehe die Ängste. Aber wenn ein Bürger kommt, der einen Biobetrieb machen will, muss ich das als Bürgermeister behandeln. Man muss diskutieren und denen auch eine Chance geben. Es muss darüber gesprochen werden und die Leute müssen sich informieren.“

Infoveranstaltung zum Projekt am 14. August 

Berlakovich stellt in diesem Zusammenhang klar, dass es sich beim geplanten Stall um einen Biolegehennen-Stall zur Produktion von Bioeiern und nicht etwa um die Produktion von Brat- oder Backhendln handle, jedes Huhn einen Auslauf von zehn Quadratmetern haben muss und in der ersten Phase nicht 18.000, sondern 6.000 Hennen geplant sind.

Er verweist in dem Zusammenhang genauso wie Projektant Thomas Rozsenich auf eine Informationsveranstaltung, die am 14. August im Amtsgebäude Kleinwarasdorf stattfinden wird und wo unter anderem auch der Umweltanwalt und Sachverständige des Landes zugegen sein werden, die eine Vorbegutachtung des Projektes gemacht haben.

„Wir bemühen uns, alle Richtlinen und Auflagen zu erfüllen“, meint Rozsenich.

Ortschef verspricht demokratisches Verhalten

Bürgermeister Berlakovich betont indes, dass das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen sei, sondern man sich erst mitten im Umwidmungsverfahren befinde. „Die Leute haben bis Ende September Zeit, Einwände zu bringen. Dann wird die Sache nochmals im Gemeinderat behandelt“, so Berlakovich.

Derzeit liegen bereits sieben Einwände und die gesammelten Unterschriften vor. „Wenn die Leute das nicht wollen, werden wir ihnen das nicht aufdrücken. Wir werden uns demokratisch verhalten.“