Erstellt am 27. Oktober 2010, 00:00

Protest im Krankenhaus. UNTERSCHRIFTENLISTE / Die Belegschaft des Spitals wünscht sich, dass das interne Primariat nachbesetzt wird.

Fordern Transparenz: Werner Gradwohl und Rudolf Geißler.  |  NOEN
x  |  NOEN

OBERPULLENDORF / Auf wenig Gegenliebe bei der Belegschaft des Krankenhauses scheint die geplante Umstrukturierung - die BVZ berichtete exklusiv - zu stoßen (siehe auch Artikel Seite 5). Bei einer Betriebsversammlung Mittwoch voriger Woche informierten Krankenanstalten GesmbH (KRAGES)-Aufsichtsratsvorsitzender Peter Rezar und KRAGES-Geschäftsführer Hannes Frech die Belegschaft. Ein Großteil soll die Versammlung frühzeitig verlassen haben.

Im Krankenhaus kursiert eine Unterschriftenliste, wo einerseits dies bestätigt wird. Andererseits erklärt das Personal damit, dass es Umstrukturierungen einsieht, allerdings die Qualität nicht darunter leiden darf. Deshalb wird die Nachbesetzung des internen Primariats - Felix Stockenhuber verlässt das Krankenhaus offiziell mit Jahresende - gefordert. Man ist sich sicher, dass vor allem die jungen Oberärzte vor Ort einen Chef brauchen, der sie fordert, ansonsten befürchtet man, dass einige von ihnen gehen werden. Bezweifelt wird auch, dass man durch eine Verbundlösung mit Güssing viel spart, weil man zumindest einen Oberarzt nachbesetzen müsse und der Unterschied zwischen einem Primars- und einem Oberarztgehalt nicht so gewaltig sei.

„Was mich stört ist, dass man von Haus aus sagt, das funktioniert nicht. Primarius Fabsits arbeitet schon seit Jahren im Verbund. Natürlich ist alles auch verbesserbar“, meint Gesundheitslandesrat Peter Rezar (SPÖ). Ihm schwebt vor sich einmal anzuschauen, wie es mit der Kooperation im Bereich der Internen funktioniert. Mit einer Einsparungsmaßnahme habe dies nichts zu tun, sondern damit, wie man zusammenarbeite.

Kollegiale Führung hat  Auftrag für neues Modell
Die kollegiale Führung hat den Auftrag bekommen, ein Modell zu entwickeln, das eine zentrale Aufnahmestation, eine interdisziplinäre Bettenbelegung, eine Erweiterung der tagesklinischen Leistungen und eine verstärkte Kooperation mit den Fachabteilungen anderer Krankenhäuser beinhaltet. Spezialbereiche wie Gastroenterologie, Augenklinik und Kinderwunschambulanz sollen weiterentwickelt werden.

Die ÖVP Mittelburgenland steht den organisatorischen Veränderungen prinzipiell positiv gegenüber, vorausgesetzt, dass diese eine Verbesserung der medizinischen Qualität bewirken, sie nicht als „Diktat von oben“ erzwungen werden, sondern unter Einbindung von Personal und Betriebsrat erfolgen sowie die Gesundheit der Menschen bei allen Sparmaßnahmen nicht leidet. „Sollten personelle Einsparungen möglich und vernünftig sein, sind diese sozial verträglich zu gestalten zum Beispiel, indem man Positionen durch Pensionierungen auslaufen lässt“, betont ÖVP-Gesundheitssprecher Rudolf Geißler. Die ÖVP fordert Transparenz über die geplanten Maßnahmen sowie Offenheit Perspektiven für die Bediensteten.

Mit Befremden reagiert SPÖ-Gesundheitssprecher Erich Trummer auf die ÖVP-Aussagen: „Diese Verunsicherungspolitik schadet unserem Bezirksspital. Begleitend zur Standort- und Personalstandsgarantie der Landesregierung müssen auch Empfehlungen des Rechnungshofes umgesetzt werden. Da gibt es naturgemäß offene Fragen in der Belegschaft, die konstruktiv geklärt werden müssen.“