Erstellt am 18. November 2015, 10:01

von NÖN Redaktion

Quartiere für Flüchtlinge in Planung. In Kobersdorf sollen ab Jänner fünf Personen untergebracht werden. Privater in Oberpetersdorf will zehn bis elf Plätze bieten.

Bei der Info-Veranstaltung: Vizebürgermeisterin Martina Pauer (ÖVP), Bürgermeister Klaus Schütz (SPÖ), Wolfgang Hauptmann, Bürgermeister Friedrich Kreisits aus Unterfrauenhaid und 2. Vizebürgermeister Andreas Tremmel (SPÖ).  |  NOEN, zVg

In der Großgemeinde Kobersdorf sind derzeit zwei Quartiere von Privaten für die Unterbringung von Asylwerbern in Planung. „Es gibt viele Gerüchte, die in der Gemeinde kursieren, daher haben wir beschlossen, eine Informationsveranstaltung abzuhalten“, erklärte Bürgermeister Klaus Schütz (SPÖ) am Freitagabend.

„In Kobersdorf gibt es eine Familie, bei der die Caritas bereits vor Ort war. Wahrscheinlich wird man dort mit Jänner starten“, so Schütz. Dort sollen fünf Personen aufgenommen werden. In Oberpetersdorf, wo man mit zehn bis elf Personen rechnet, sei man noch nicht ganz so weit. Die Gemeinde Kobersdorf selbst hat keine Gebäude zur Verfügung, so Schütz.

Als Referenten hatte man Wolfgang Hauptmann, Referatsleiter des Referats Grundversorgung für Fremde im Land Burgenland, eingeladen. Er sprach über grundsätzliche Fragen der Asylwerber-Unterbringungen. Er berichtete, dass es vor zwei Monaten noch eine andere Flüchtlingsbewegung gegeben hätte, jetzt aber viele syrische Familien kommen würden.

"Klein strukturierte Quartiere schaffen"

„Das Burgenland hat sich verpflichtet, eine Quote von 1,5 Prozent zu erfüllen. Der Bezirk Oberpullendorf müsste demnach 570 Asylwerber unterbringen, derzeit sind es 270. In der Gemeinde Kobersdorf würde diese Quote 30 Asylwerber bedeuten“, so Hauptmann. Man habe sich entschieden, klein strukturierte Quartiere zu schaffen, da dadurch auch die Integration der Asylwerber besser funktioniere. „Wir machen das gemeinsam mit der Gemeinde und nehmen auch Rücksicht auf die Gegebenheiten“, so Hauptmann. Schütz betonte, dass man gemeinsam mit der Bevölkerung reagieren wolle und ebenfalls auch kleine Einheiten schaffen möchte.

Die Asylwerber dürfen nicht arbeiten, können aber gemeinnützig – etwa für die Gemeinde oder die Pfarre – tätig werden. Vizebürgermeisterin Martina Pauer (ÖVP) wollte ob des oft islamischen Glaubens der Asylwerber wissen: „Wollen diese Menschen denn auch in der Pfarre tätig sein?“

Kreisits: "Sind Vorzeigegemeinde"

Hauptmann antwortete: „Es sind Leute dabei, die wollen gar nichts machen und ziehen sich komplett zurück. Andere dagegen wollen unbedingt tätig sein.“ Ebenfalls zur Infoveranstaltung gekommen war Markus Kraly, Bezirksgeschäftsführer der FPÖ. „Asyl ist ein Recht auf Zeit. Wenn es in anderen Ländern Krisen gibt, dann können wir nicht helfen, weil wir keinen Platz mehr haben“, so Kraly. Er führte auch aus, dass die Flüchtlinge, bevor sie nach Österreich kommen, bereits durch sichere Staaten reisen.

Im Ortsteil Lindgraben sind schon länger fünf Asylwerberinnen untergebracht. Betreut werden sie von Konrad Gradwohl, der ebenfalls anwesend war. „In Lindgraben gibt es nur Positives zu berichten. Es hatte anfangs auch Skepsis gegeben“, meinte er.

Auch Bürgermeister Friedrich Kreisits aus Unterfrauenhaid war gekommen. „Wir sind eine Vorzeigegemeinde, wir haben seit dem Jahr 1978 Asylwerber in der Gemeinde untergebracht.“