Erstellt am 18. November 2015, 05:53

von NÖN Redaktion

Terrorakte in Paris erlebt. Zwei Raidinger waren beim Match zwischen Frankreich und Deutschland dabei und hörten „Knaller“. Erst später erfuhren sie, dass diese von Bomben stammten.

Beim Ländermatch in Paris: Markus Herr aus Raiding erlebte die Terroranschläge mit. Foto: zVg  |  NOEN, zVg
Terroranschläge an sechs verschiedenen Orten in Paris forderten mehr als 130 Menschenleben. Vor dem Stade de France zündeten am Freitag im Abstand von zehn Minuten zwei Selbstmordattentäter ihre Sprengstoffgürtel, während im Stadion das Ländermatch zwischen Frankreich und Deutschland lief.

„Als wir rauskamen, sahen wir überall Polizei“

Auch zwei Raidinger waren unter den Fußballfans. „Wir haben zwei Knaller gehört, jedoch hat man im Stadion selbst sonst gar nichts mitbekommen. Es gab keine Durchsagen bis zum Schluss. Als wir aus dem Stadion rauskamen, sahen wir überall Polizei, alle waren nervös und alles war abgesperrt. Meine Frau hat mich angerufen, ob alles ok ist und mir geschildert, was passiert ist“, erzählt Markus Herr gegenüber der BVZ.

Herr und sein Nachbar waren eigentlich in Paris, um sich ein Konzert von „U2“ anzusehen. Durch Zufall kamen sie ins Stadion zum Ländermatch.

„Am nächsten Tag war alles sehr ruhig. Die Museen waren gesperrt. Polizei und Militär haben kontrolliert. Wir wollten eine Bootsfahrt machen, die wurde gestrichen, auch die Sightseeing-Busse durften nicht fahren. Alles, was wir vor gehabt hatten, fiel ins Wasser, so auch das U2-Konzert“, so Herr.

Lauten Knall an Jim Morrisons Grab gehört

Die Raidinger haben sich dennoch nicht unsicher in Paris gefühlt. Am Sonntagnachmittag waren sie am Friedhof Pere Lachaise an Jim Morrisons Grab.

„Wir haben auch dort auf einmal einen Knall gehört, wissen aber bis heute nicht, was das war. Bei der Heimreise am Flughafen selbst haben wir auch nichts bemerkt. In der Zeit, wo wir dort waren, haben wir zwei Polizisten gesehen“, fügte Herr hinzu.

Zutiefst erschüttert zeigte sich die Landespolitik über die Terroranschläge. Im Rahmen einer Gedenkminute im Burgenländischen Landtag meinte Landeshauptmann Hans Niessl in einer Ansprache: „Es ist eine Herausforderung für Politik und Verwaltung, mit dieser Situation professionell umzugehen und eine weltweite Allianz gegen den Terror aufzubauen.“

Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics rief ebenfalls zum Zusammenhalt auf: „Mein Gebet gilt den Opfern dieses barbarischen Anschlags, mein ganzes Mitgefühl ihren Angehörigen. Europa darf nicht zulassen, dass das Gift des Terrorismus, des Extremismus und der Gewalt an unserer Zivilisation Wirkung zeigt.“

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