Erstellt am 19. Oktober 2016, 10:29

von BVZ Redaktion

Volksschule: Lernen nach Logbuch. In Rattersdorf erarbeiten die Volksschüler eigenständig Lernbausteine. Die Lernfortschritte werden dokumentiert und die Bausteine mit dem „Lernmeister“ abgeschlossen.

Mit Lernbausteinen und Logbüchern: Lehrerin Karin Baumgartner, Róza, Anna, Theresa, Maximilian, Angelina und Ronja sowie Direktorin Tanja Hofer sind von der neuen Unterrichtsmethode begeistert.  |  BVZ

Seit dem heurigen Schuljahr gibt es an der einklassigen Volksschule Rattersdorf weder Schulbücher noch einen fixen Stundenplan oder vorgegebene Hausübungen. Die Kinder lernen mithilfe von sogenannten Lernbausteinen und führen Logbücher über die erzielten Lernfortschritte.

Direktorin Tanja Hofer und Lehrerin Karin Baumgartner haben für alle Unterrichtsgegenstände und alle Schulstufen Lernschachteln mit Karteikarten, Lernspielen, Aufgaben für den Computer etc. erstellt, mithilfe derer die Kinder verschiedene Themen erarbeiten. Die Schüler bekommen zu Beginn eines Lernbausteins ein Blatt mit den Lernzielen und das Material und können sich den Stoff vom Lehrer oder mittels Lernvideo erklären lassen.

Nach Abschluss den nächsten Lernbaustein

„Jeder kann nach seinem eigenen Können, seinen eigenen Fähigkeiten und seiner eigenen Geschwindigkeit Ziele bearbeiten. Er kann sich das Material selbst wählen, den Stoff selbst einteilen“, erklärt Hofer. „Wenn ein Kind das Gefühl hat, dass es alle Ziele erreicht hat, kann es den Lernmeister machen.“ Dabei werden alle Lernziele des Moduls überprüft. Nach erfolgreichen Abschluss bearbeitet das Kind den nächsten Lernbaustein. Ziel dieser neuen Lernform ist kompetenzorientiertes und eigenständiges Arbeiten.

Die Kinder lernen, sich selbst einzuschätzen und sich Arbeiten einzuteilen. Sie bekommen vermittelt, was es bedeutet, eigenverantwortlich für die eigenen Leistungen zu sein. Und sie sollen eigene Schwierigkeiten erkennen und zielgerecht üben, merken wann sie Hilfe brauchen und was ihnen am besten weiterhilft und sich diese Hilfe dann auch holen.

"Durch Logbuch sehen Lehrer wer was gemacht hat"

„Es geht darum, dass die Kinder Hausverstand entwickeln und sich selbst organisieren können“, meint Hofer. „Da manche Kinder sehr gut alleine arbeiten können, bleibt genug Zeit, mit denen, die Hilfe brauchen, alles genau durchzugehen. Durch das Logbuch sehen die Lehrer genau, wer was gemacht hat.“ Dank Logbuch lernen die Kinder auch, ihre eigene Arbeit zu reflektieren.

Denn beim wöchentlichen Gespräch mit der Lehrerin wird anhand des Logbuchsgemeinsam überlegt, wo die Kinder noch Schwierigkeiten haben und was sie benötigen, um einen Baustein abzuschließen. In der Stolzecke des Logbuchs dürfen die Kinder außerdem alles hineinschreiben, was ihnen in der vergangenen Woche gut gelungen ist.