Erstellt am 20. März 2013, 00:00

Rettung auf Schiene. Verkauf an privaten Betreiber / Eine Lösung für den Schienenverkehr zwischen Oberloisdorf und Deutschkreutz zeichnet sich ab.

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BEZIRK / Die Verhandlungen in puncto des Weiterbestandes der Bahnstrecke Deutschkreutz-Oberloisdorf sind auf der Zielgeraden. Geplant ist eine Kooperation von Land Burgenland mit der Sonnenland Railtour GmbH und den Gemeinden des Bezirks. Dabei kauft die Sonnenland Railtour GmbH die Strecke und bekommt dafür Förderungen vom Land und von den Gemeinden. Der private Käufer soll in diesem Jahr 300.000 Euro zahlen müssen, das Land 200.000 Euro und die Gemeinden 100.000 Euro. Der Anteil der einzelnen Gemeinden würde daher nach Einwohnern gestaffelt werden – der Anteil für Gemeinden über 3.000 Einwohner wären 5.000 Euro, zwischen 1.000 und 3.000 Einwohner 3.800 Euro und unter 1.000 Einwohnern 2.920 Euro. In zehn Jahren würden nochmals 150.000 Euro für den privaten Käufer und 150.000 Euro für das Land fällig werden.

Diese Lösung sei inzwischen so weit gediehen, dass die Gemeinden in den kommenden Gemeinderatssitzungen die jeweiligen Förderungen auf die Tagesordnung genommen hätten, führt Verkehrskoordinator Peter Zinggl aus. „Es kann aber noch immer etwas passieren“, gibt sich Zinggl vorsichtig. Auch der private Betreiber möchte vor Abschluss der Verhandlungen bzw. einem endgültigen Vertragsabschluss keine Stellungnahme dazu abgeben.

Klare Bekenntnisse gibt es hingegen von der Politik. So meinte Landtagsabgeordneter Erich Trummer (SPÖ): „Die SPÖ-Gemeinden haben sich bereit erklärt, ihren Anteil zur Rettung der Bahn im Mittelburgenland zu leisten.“ Und auch Landtagsabgeordneter Rudolf Geißler (ÖVP) erklärt: „Seitens der ÖVP unterstützen wir das Projekt aus wirtschaftspolitischen, sozialpolitischen und umweltpolitischen Gründen. Die Draisinentour ist eine wichtige touristische Attraktion, die 40.000 Besucher pro Jahr bringt. Diese lassen eine Menge Geld in der Region und dieses sichert Arbeitsplätze nicht nur im Bereich der Draisinentour.“ Außerdem könnte eine große Menge Kohlendioxid vermieden werden, wenn die Transporte auf der Bahn blieben, so Geißler weiter. „Eine Schließung der Bahnstrecke würde den Wirtschaftsstandort schwächen, daher stehen wir zu 100 Prozent hinter dem Projekt.“

Die beiden Listen-Bürgermeister aus dem Bezirk stehen der Lösung ebenfalls sehr positiv gegenüber: „Ich habe von Haus aus zugesagt“, so Deutschkreutz’ Ortschef Manfred Kölly. Und sein Kollege Christian Rohrer aus Lutzmannsburg meint: „Ich persönlich stehe dem positiv gegenüber, wir brauchen für einen Grundsatzbeschluss aber auch eine Mehrheit im Gemeinderat.“ Rohrer meint, dass sich Lutzmannsburg als Tourismusgemeinde nicht aus einem solchen Projekt heraushalten kann.

Unklar: Ob die Draisinentour planmäßig am 23. März starten kann, das ist laut den Betreibern noch unklar. Auch zu dem Kauf der Bahnstrecke in Kooperation mit Land und Gemeinden möchte man sich nicht äußern.