Erstellt am 03. September 2014, 08:21

Anzeige gegen Event. Zelt- und Jugendfeste geraten österreichweit ins Visier von Gastronomie-Bündnis. Erster Fall im Bezirk in Ritzing.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Eine anonyme Anzeige betreffend der Summer Closing Party in Ritzing trudelte bei der Bezirkshauptmannschaft ein. Ähnliche Anzeigen hat es auch gegen die Night Pool Party in Eisenstadt gegeben und in Niederösterreich und der Steiermark wurden in den vergangenen Monaten zahlreiche Feste spontan abgesagt.

Hinter diesen Anzeigen wird ein privater Verein namens Bündnis der Gastronomie Österreichs (BDGA) vermutet. „Seit Jahren verstecken sich diverse Vereine und Veranstalter hinter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit, obwohl sie keineswegs gemeinnützig sind und auch nicht die genauen Richtlinien der Gemeinnützigkeit erfüllen“, klagt der Obmann des Bündnisses Manfred Mader an.

‚Fair Play‘ für die Gastronomie

Rückendeckung erhält er von der Wirtschaftskammer Burgenland. Franz Perner, Spartenobmann für Gastronomie: „Es geht um ‚Fair Play‘ für die Gastronomie. Jeder Pelzkappenverein macht heutzutage schon ein Fest, schenkt Essen und Getränke aus, das ist eine unglaubliche Wettbewerbsverzerrung.“

Grundsätzlich haben gemeinnützige Vereine das Recht, an drei Tagen im Jahr eine Veranstaltung ohne Gewerbeberechtigung abzuhalten. „Wenn uns als Behörde eine Anzeige vorliegt, müssen wir etwas tun“, erklärt Bezirkshauptmann Klaus Trummer. Veranstaltungsbehörde ist der örtlich zuständige Bürgermeister, der ebenso wie der Veranstalter von der Anzeige informiert worden sei und das gesamte Konvolut zugeschickt bekommen habe samt Rechtsmeinung der Behörde.

So seien beispielsweise bei zusätzlichen betriebstechnischen Einrichtungen wie Zelten, Verkaufsständen, Bühnen oder Videowalls auf genehmigten Betriebsanlagen eine Änderung von Betriebsstättengenehmigungen oder eine Veranstaltungsstättengenehmigung nötig.

Ortschef: „Fest war rechtlich in Ordnung“  

Dies sieht auch Organisator Daniel Gmeiner so. Und er zeigt sich von der Anzeige enttäuscht: „Ich habe kein Verständnis dafür, da Gastronomen auch sehr stark von Vereinen profitieren, zum Beispiel bei Sitzungen, Weihnachtsfeiern und mehr. Ich würde es begrüßen, wenn vorher das Gespräch gesucht und zusammen eine Lösung gefunden wird, bevor es zu Anzeigen kommt und Feste durch diese Einschüchterungstaktik kurzfristig abgesagt werden müssen.

Speziell bei uns sehe ich es als sehr positiv, dass über 60 Jugendliche gemeinsam sehr viel Positives bewegen können, ganz ohne den Beigeschmack der politischen Streitereien der letzten Jahre. Wir sind gespannt, welche Entwicklungen es in Zukunft geben wird. Wir werden alles dafür tun, dass es nächstes Jahr wieder eine Summer Closing Party geben wird.“