Erstellt am 26. August 2015, 11:25

Nach Anzeige: Jugend geht in Offensive. „pro Ritzing“-Obmann Daniel Gmeiner richtete „scharfen“ Brief an Gastronomie-Bündnis.

 |  NOEN

Mit einer sechsseitigen Stellungnahme reagierte „pro Ritzing“- Obmann Daniel Gmeiner auf die Anzeige des Bündnis der Gastronomie Österreichs (BDGA).

Ebenfalls Anzeige im Vorjahr 

Dieses hatte am 18. August bei der Bezirkshauptmannschaft eine Anzeige betreffend unbefugten Ausübens gastronomischer Tätigkeit bei der Summer Closing Party am Sonnensee Ritzing eingebracht. Bereits im Vorjahr war eine solche Anzeige gegen die Party seitens des BDGA eingebracht worden.

Laut Bezirkshauptmann Klaus Trummer werde nun geprüft, ob alles in rechtlich einwandfreiem Rahmen abgehalten wird. „pro Ritzing“-Obmann Daniel Gmeiner fordert indes in seinem Schreiben BDGA-Obmann Manfred Mader und seine Vereinsgenossen auf, in Zukunft in Anzeigen, Aussendungen und Mitteilungen an Behörden, Interviews mit Medien, Meldungen auf Facebook und sonstigen an die Öffentlichkeit gerichteten Mitteilungen unter anderem Folgendes zu unterlassen:

bestimmten Vereinen die Gemeinnützigkeit abzusprechen, sofern von keiner Behörde eine entsprechende Entscheidung dazu vorliegt, bestimmte Veranstaltungen als „großes Vereinsfest“ zu beurteilen und ständig aus dem Auftragsgutachten zu zitieren und dieses als die Quelle der Rechtssprechung darzustellen.

„Unsere Rechtsordnung und Verwaltung basiert auf Gesetzen und nicht auf Gutachten – schließlich heißt es ja nicht umsonst oft Gefälligkeitsgutachten“, so Gmeiner. Er weist weiters darauf hin, dass das Wirtshaussterben nichts mit Vereinsfesten zu tun habe, sondern mit den negativen Entwicklungen im ländlichen Raum einhergehe.

Gmeiner: "Unternehmenssterben als Folge"

Wenn ein Vereinsfest nicht abgehalten wird sind aus Gmeiners Sicht lokale Getränkehändler, Weinbauern, Event-/Technikfirmen, Zelteverleiher/Schausteller, Partner-Gastronomiebetriebe, Tourismus, Musikanten/Künstler, Taxi- und Shuttledienste, Sicherheitsfirmen, Feuerwehren, Rotes Kreuz und sonstige Spendenempfänger und viele andere die Verlierer. „Dies sollte den Spartenvertretern in der Wirtschaftskammer auch deutlich gemacht werden, dass ihre Sparten aufgrund einer kleinen Gruppe wie der BDGA um wichtige Einnahmen gebracht werden und hier in Zukunft ebenfalls ein Unternehmenssterben als Folge einsetzen wird“, betont Gmeiner.

Betreffend „pro Ritzing“ weist Gmeiner darauf hin, dass der Verein 2009 gegründet wurde, weil die Jugend nach den politischen Unstimmigkeiten und Machtspielen ein kräftiges positives Signal setzen wollte. Dies spiegle sich auch im Vereinsnamen pro Ritzing (für Ritzing) wider.

"Nie wirtschaftliche Ziele verfolgt"

Mit der Summer Closing Party habe man nie wirtschaftliche Ziele verfolgt. Einzige Vorgabe war es, die hohen Ausgaben, die für Allgemeinwohl, Organisation und Sicherheit der Gäste aufzuwenden waren, zu decken. Daher erfolgte die Abgabe von Getränken zu üblichen Preisen, Speisen seien von der Sonnensee-Kantine verkauft worden. „Allfällig erzielte Gewinne wurden wohltätigen Zwecken zugeführt, wie etwa der Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr oder der sozialpädagogischen Wohngemeinschaft“, so Gmeiner.

Im Rahmen der Summer Closing Party 2015 ist ein großes karitatives Projekt für derzeit im Burgenland untergebrachte Flüchtlinge geplant. „Wir appellieren hier nochmals an Ihre Menschlichkeit und Ihren Verstand, uns nicht weiter bei der Ausführung unserer positiven gemeinnützigen Tätigkeit und unserem wohltätigen Wirken aufzuhalten bzw. uns davon abzuhalten.“

Mehr zum Thema: