Erstellt am 10. Juni 2015, 09:13

von NÖN Redaktion

Rutschige Fliesen: Prozess. Besorgter Vater ortet Unfallgefahr für Badegäste. Gegen die Fliesenfirma ist bereits ein Prozess am Laufen.

Prozess im Gange: Aufgrund rutschiger Fliesen in der Sonnentherme Lutzmannsburg-Frankenau läuft bereits ein Verfahren gegen die Fliesenfirma.  |  Michaela Grabner, Michaela Grabner
Eine erwachsene Frau und zwei Kinder gestürzt, fünf weitere Personen ausgerutscht und das alles in einer halben Stunde an der gleichen Stelle in der Sonnentherme Lutzmannsburg-Frankenau.

Diese Beobachtung möchte ein besorgter Vater aus Wolfsthal (Niederösterreich) Ende Mai gemacht haben.

Fliesen würden Vorschriften entsprechen

Da er eine massive Unfallgefahr gegeben sieht, ging der Mann mit seinen Beobachtungen an die Öffentlichkeit, verbunden mit der Bitte „diesen Zustand schnellstmöglich im Interesse der Sicherheit der Badegäste der ansonsten schönen Therme zu beheben“.

Das Problem besteht seiner Meinung nach insbesondere am Übergang von den rutschhemmenden Fliesen zu den von ihm beanstandeten Fliesen. In einem Gespräch mit einer nicht namentlich bekannten aufsichtsführenden Person sei ihm erklärt worden, dass die Fliesen den Vorschriften entsprechen, das Problem aber bekannt sei.

Laut Aussage dieses Herren seien die Fliesen vor drei Jahren für 700.000 Euro verlegt worden und man könne das Schwimmbad ja nicht sperren. „Ich habe Verständnis dafür, dass es für den Betreiber der Therme eine Katastrophe ist, wenn neu verlegte Fliesen untauglich sind. Wieso aber innerhalb von drei Jahren die Fliesen nicht getauscht wurden, wundert mich allerdings und ist ein Skandal“, so der Vater.

„Wir wollen wieder einen Silent Dome“

Thermen-Geschäftsführer Franz Kast bestätigte auf Anfrage der BVZ, dass man sich dieses Problems bei den Übergängen zwischen den unterschiedlichen Fliesenarten bewusst ist. Der Boden werde dann rutschig, wenn die Therme voll ist und aufgrund dessen Wasser aus den Becken geschwemmt wird.

„Wir sind mit Experten dabei, dieses zu lösen und wollen natürlich nicht, dass solche Vorfälle in Zukunft passieren“, so Kast. Er bestätigte außerdem, dass es derzeit einen Prozess mit der Fliesenfirma gibt. Er konnte sich dazu allerdings nicht näher äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Im Laufen ist seit Kurzem auch eine Initiative für die Wiedereröffnung eines Silent Domes (Ruhebereich).

Ruhe-Konzept wird nun ausgearbeitet

Im Zuge des Thermenumbaus 2012 war der Ruhebereich „Silent Dome“ an das Thermenhotel Sonnenpark angegliedert worden, die Hotelbetriebe rund um die Therme klagten in weiterer Folge über Gästerückgänge und Wettbewerbsverzerrung.

Mittlerweile haben sich 629 Personen mit einem „Gefällt mir“ auf Facebook für die Wiedererhaltung des Silent Domes ausgesprochen.

Wie die BVZ berichtete (

), versprach Landeshauptmann Hans Niessl bei einem offenen Gespräch mit der Bevölkerung Lutzmannsburg, dass noch vor dem Sommer von der Wirtschaftsservice Burgenland Gmbh ein Konzept unter Einbindung der Gemeinden und der regionalen Wirtschaft ausgearbeitet werden muss: wie die Betriebe einen Ruhebereich nutzen können und eine Win-win-Situation umgesetzt werden.