Erstellt am 15. Juli 2015, 06:46

von Tina Jedlicka und Stefan Jedlicka

Schock nach Bluttat: Ein Toter, eine Verletzte. Ein 42-Jähriger dürfte in Landegg (Niederösterreich) seine Lebensgefährtin aus dem Mittelburgenland nach Streit angeschossen und sich selbst getötet haben.

 |  NOEN, APA
Grausige Bluttat in Landegg in der Marktgemeinde Pottendorf. Im Zuge eines Streits dürfte Freitagfrüh ein 42-jähriger Mitarbeiter einer Medizintechnikfirma seine Lebensgefährtin, eine 41-jährige aus dem Mittelburgenland stammende Frau, angeschossen und lebensgefährlich verletzt haben. Danach nahm er sich das Leben.

Paar mit Schussverletzungen im Kopf

Im Badezimmer des Wohnhauses waren kurz nach 6 Uhr mehrere Schüsse gefallen. Es dürften sieben bis acht gewesen sein. Der Frau gelang es, eine Scheibe einzuschlagen und um Hilfe zu schreien.

Nachbar Franz Mailling wurde aufmerksam und ging auf die Straße. Dort kam ihm die vierjährige Tochter des Paares entgegen gelaufen. Das Mädchen rief „Mama, Papa, Mama, Papa!“

Als der Mann gemeinsam mit seinem Sohn und seiner Tochter im Haus nach dem Rechten sehen wollte, entdeckte er den 42-Jährigen und die Frau. Beide mit Schussverletzungen im Kopf. Er leistete Erste Hilfe und alarmierte die Einsatzkräfte.

Der Mann habe eine tödliche Kopfverletzung aufgewiesen, sagte Erwin Blümel von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. Bei der Waffe handelte es sich um eine Pistole, die der Mann rechtmäßig besessen hatte. Am Tatort wurden zumindest drei Patronenhülsen sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion der Leiche an.

Projektil traf 41-jährige Mittelburgenländerin

Auslöser für die Tat scheint ein Streit gewesen zu sein. Der 42-Jährige dürfte seine Lebensgefährtin mit einer Pistole an- und sich selbst erschossen haben. Im Badezimmer des gemeinsamen Wohnhauses hatte es nach Ermittlerangaben auch ein Handgemenge gegeben.

Darauf würden Hämatome hinweisen, die bei der Frau festgestellt wurden. Während des Handgemenges dürften auch nicht gezielte Schüsse abgefeuert worden sein. Ein Projektil traf die 41-Jährige in den Kopf.

Die Frau wurde per Notarzthubschrauber ins AKH Wien eingeliefert. Ihr Zustand ist nach einer mehrstündigen Operation stabil. Sie sei aber noch nicht außer Lebensgefahr, heißt es aus dem AKH. Sie wird intensivmedizinisch betreut.

Fürsorglicher Vater – kein früherer Streit

Die vierjährige Tochter des Paares dürfte zwar den Streit, aber nicht die Bluttat selbst beobachtet haben, da das Badezimmer von innen versperrt war. Das Kleinkind wurde bei den Großeltern untergebracht.

Die Nachbarn beschreiben den Täter als fürsorglichen Vater, der sich liebevoll um sein Kind gekümmert habe. Von früheren Auseinandersetzungen zwischen ihm und seiner Lebensgefährtin wusste niemand zu berichten.

Pottendorfs Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner kannte das Paar. „Ich war im Urlaub und habe von dem Vorfall gehört“, sagte Sabbata-Valteiner im Interview. Die beiden seien vor rund viereinhalb Jahren nach Landegg gezogen. Mehr will er jedoch nicht sagen. „Dafür kannte ich sie zu wenig. Außer der Babygratulation damals und ,Hallo‘ sagen im Kindergarten hatte ich nicht mehr Kontakt.“