Erstellt am 08. April 2014, 23:59

Security kündigte. Projekt gegen Nachtlärm / Stadtgemeinde wird die Sicherheitsinitiative nach Beendigung der Kooperation aber weiterführen.

Kooperation nach neun Monaten beendet: Die Stadtgemeinde mitBürgermeister Rudolf Geißler und Vize Elisabeth Trummer wird das Projekt fortführen.  |  NOEN

Die Firma Wagner Security hat ihre Kooperation mit der Stadtgemeinde gekündigt. Darüber informierte Bürgermeister Rudolf Geißler den Gemeinderat. Wagner habe dies ihm gegenüber damit begründet, dass ein Gemeinderatsmitglied bei einer Sitzung gesagt hätte, er – Wagner –  habe die Unwahrheit gesagt. Damit sei aus Wagners Sicht die Vertrauensbasis und damit die Basis für weitere Zusammenarbeit nicht mehr gegeben.

„Wir haben den Wagner vertrieben“

„Um es überspitzt zu formulieren: Wir haben den Wagner vertrieben“, meinte Vizebürgermeisterin Elisabeth Trummer. „Die Kooperation mit einer renommierten Firma ist aufgrund der Aussage einer Person bei einer Sitzung geplatzt, das finde ich schon unerhört. Ich weiß nicht, wie es bei der Sitzung zugegangen ist“, so Trummer, die nicht anwesend war, „aber wir haben ein Projekt aufgebaut und nur weil sich manche in der Sitzung nicht benehmen können, vertreiben wir ihn.“

Geißler erklärte, dass er extreme Ausfälligkeiten in Sitzungen nicht zulasse und er Aussagen beleidigender Art in keiner Sitzung hätte feststellen können. „Ich habe Wagner vorgehalten, dass er gesagt hat, er wird Leute herstellen, die für Ruhe und Ordnung sorgen. Seine Leute haben sich, wo der größte Wirbel war, umgedreht und sind wieder gegangen“, meldete sich Gemeinderat Walter Pöll zu Wort.

Keine Vertrauensbasis mit Ausschussmitglied

„Wagner hat weiters behauptet sie haben eine Rauferei mit 58 Leuten aufgelöst. In Wirklichkeit haben drei gerauft, zehn zugeschaut und am weitesten weg sind die Sicherheitsleute gestanden. Das ist auf der Polizei so protokolliert. Und ich habe ihm vorgehalten, dass er sich bei der Polizei nicht gemeldet hat. Antwort: Er wollte die Polizei kontrollieren.“

Mehrere Gemeinderäte äußerten Vermutungen, dass sich die Securityfirma zurückgezogen hätte, weil man gesehen hätte, dass man in der Sache nicht vorankommt. Herbert Wagner meint auf Anfrage der BVZ, dass dies nicht zuträfe. „Die Zusammenarbeit mit Bürgermeister und Vize war sehr gut, jedoch musste ich auch mit anderen zusammenarbeiten. Ein Ausschussmitglied hatte kein Vertrauen in mich und es gab keine Vertrauensbasis“, so Wagner.

Sicherheitsinitiative dennoch fortgeführt

Beim angesprochenen Vorfall habe man durchaus die Polizei gerufen, diese war jedoch gerade zu einem Unfall im Bezirk unterwegs und die Rauferei habe sich dann aufgelöst. Außerdem habe man die Polizei in keinster Weise kontrolliert, sondern wollte nur einen Ist-Zustand erheben. „Um Maßnahmen zu schaffen, müssen alle an einem Strang ziehen. Daher habe ich angeboten, dass ich mich zurückziehe“, so Wagner.

Die Sicherheitsinitiative soll auch ohne Securityfirma fortgesetzt werden. „Es sind Gespräche mit den Wirten geplant. Wir sollten diskutieren, ob wir diese Gespräche ohne Wagner führen“, so Geißler.

Weiters sei zu besprechen, eventuell Sicherheitswachorgane anderer Firmen zu kontaktieren und zu schauen, wie weit die angedachten Schulprojekte umsetzbar sind. „Wir sind es den Leuten schuldig, dass es geordnet zugeht. Wir dürfen die Sicherheitsinitiative nicht sterben lassen“, betonte auch Vizebürgermeisterin Elisabeth Trummer.