Erstellt am 04. September 2013, 11:58

Sozialarbeit zeigt Erfolg. Oberpullendorf | Schulsozialarbeiter Michael Bischof-Horak konnte den Schülern vermitteln, dass ein schulischer Abschluss wichtig ist.

Zogen Bilanz: Sozialarbeiter Michael Bischof-Horak, Direktorin Helene Schütz-Fatalin, Landesrätin Verena Dunst und Thomas Eminger.  |  NOEN
Leistungsbilanz | (Aus-)bildung und entsprechende Berufsorientierung/-auswahl gelten als grundlegendste Faktoren, um jungen Menschen eine solide Basis für ihren späteren Lebensweg bzw. deren Berufschancen zu gewähren.

Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) beauftragte österreichweit 13 Schulstandorte der Berufsbildenden Mittleren Schulen mit dem Pilotprojekt „Sozialprojekt an Handelsschulen“.

Oberpullendorfer Schule ist ein Vorzeigeprojekt

Im Burgenland wurde die Bundeshandelsakademie/-handelsschule Oberpullendorf für die Schuljahre 2011/2012 sowie 2012/2013 ausgewählt. Als Projektträger fungiert die Volkshilfe Burgenland als freier, anerkannter Träger der Burgenländischen Jugendwohlfahrt in enger Absprache mit dem Landesschulrat. „Exit“ ist ein Projekt für andere Schulen, das sich um ein ernstes und heikles Thema angenommen hat.

„Oberpullendorf hat ein Vorzeigeprojekt“, zeigt sich Volkshilfe Vorsitzende Landesrätin Verena Dunst stolz. In Abstimmung mit bereits umgesetzten schulinternen Maßnahmen war der Volkshilfe Schulsozialarbeiter für die primäre Zielgruppe der Schüler in Abstimmung mit den Lehrern bereits ein vertrauensvoller Ansprechpartner.

Er konnte vermitteln, dass ein schulischer Abschluss ein wichtiges Lebensfundament für die Zukunft und nicht eine lästige Verpflichtung ist. Durch Einzelgespräche, Gruppenarbeit und die Vermittlungsfunktion zur Lehrerschaft wurde für das Schuljahr 2012/2013 ein eigens definiertes „Frühwarnsystem“ entwickelt.

Sozialarbeiter darf nicht zum Schulpersonal gehören

Gemeinsam wurde verpflichtend vereinbart, dass Lehrer auffallend hohe Fehlzeiten dem Volkshilfe-Experten zur weiteren Intervention melden. Aufgrund des Erfolges wird auch im heurigen Schuljahr die Schulsozialarbeit angeboten und vom BMUKK finanziell gefördert.

An acht Stunden pro Woche, aufgeteilt auf zwei Vormittage, steht mit Michael Bischof-Horak, ein diplomierter Sozialarbeiter der Volkshilfe, Schülerinnen und Schülern in Einzel- und Gruppengesprächen zur Seite. Wichtig ist, dass der Sozialarbeiter nicht zum Schulpersonal gehört. Er wird von den Jugendlichen als neutraler Ansprechpartner gesehen, wo sie Hilfe finden.

Herzensprojekt für Direktorin, Erfolge nachweisbar

Dafür steht in der Schule ein eigener Raum zur Verfügung. Und diese Stunden zeigen Erfolg, zum Beispiel wollte eine Schülerin die Schule verlassen, konnte aber zum Weiterlernen motiviert werden und hat mittlerweile die Schule mit Erfolg abgeschlossen.

Für Direktorin Helene Schütz-Fatalin ist dieses Projekt ein Herzensprojekt: „Die schulische Leistung wird mit einem großen Teil gefördert.“ Im vergangenen Schuljahr standen im Zentrum die Unterrichtsfehlzeiten. „Es ist uns gut gelungen, die Fehlzeiten zu minimieren“, so Sozialarbeiter Bischof-Horak.

Sozialarbeit unterstützt auch Lehrer

Auch die Lehrer sind darüber froh, dass ein Sozialarbeiter im Haus ist: „Es ist eine große Bereicherung mit Unterstützung zu arbeiten“, erklärte Robert Friedl.