Erstellt am 19. November 2014, 09:44

von NÖN Redaktion

Keine Wahl der Wehr. Mit 31. Dezember gibt Jim Aumüllner das Kommando ab. Wolfgang Bauer wurde von Ortschefin als Nachfolger bestellt.

 |  NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at

Unmut ist am Freitag in den Reihen der Feuerwehr Steinberg aufgeflammt. Bei der Jahreshauptdienstbesprechung galt es die Nachfolge von Kommandant Jim Aumüllner, der mit Jahresende nach 36 Jahren an der Spitze der Wehr aus seiner Funktion ausscheidet, zu regeln. Die Florianis hätten sich ihren neuen Chef gerne selbst gewählt, hatten sich im Vorfeld doch zwei Kameraden um diese Position beworben.

"Vorgangsweise entspricht dem Gesetz"

Doch zu einer Wahl sollte es nicht kommen, da Bürgermeisterin Klaudia Friedl sich für Wolfgang Bauer als Nachfolger entschieden hat, der seit zwölf Jahren Kommandantstellvertreter ist. Vom „Drüberfahren“ der Bürgermeisterin, von „Diktatur“ und vom „Ruinieren einer funktionierenden Feuerwehr“ ist die Rede, wobei die Kritik nicht auf die Person des neuen Kommandanten sondern auf die Vorgangsweise abzielt. „Ich habe nichts anderes getan als ein Recht zu nutzen, das mir zusteht. Die Vorgangsweise entspricht genau dem Gesetz“, entgegnet Bürgermeisterin Friedl. Laut Landesfeuerwehrgesetz ernenne der Bezirkskommandant auf Vorschlag des Bürgermeisters den Ortskommandanten, der Mannschaft sei die Möglichkeit der Anhörung zu geben.

„Ich habe lange überlegt und vorher die Feuerwehr und die Bevölkerung informiert. Dass beide Kandidaten fachlich versiert sind, ist kein Thema. Wolfgang Bauer ist schon seit zwölf Jahren Kommandantstellvertreter und im Bezirkskommando“, argumentiert Friedl. „Der entscheidende Faktor für mich ist, dass er durch sein Dienstverhältnis mit der Gemeinde Zeitressourcen hat. Wenn eine Katastrophe wäre, kann ihn die Gemeinde unbefristet freistellen. Er ist immer und jederzeit da und kann als erster ausrücken. Vielleicht werden die Kameraden die Entscheidung einmal verstehen.“

Viele Feuerwehrleute hätten ihr nachher gesagt, er wäre eh der Kommandant geworden. „Man hat mir zu verstehen gegeben, dass es eh die richtige Wahl gewesen ist.“ Sie hofft, dass die Kameraden ihren neuen Kommandanten unterstützen, denn es gehe um die Sache nicht ums Prozedere.

Neuer Kommandant übernimmt mit 1. Jänner

„Die Frau Bürgermeister hat nach dem Gesetz gehandelt, aber man hätte schon der Feuerwehr die Möglichkeit geben können, sich jemanden zu wählen und diesen dann bestellen. Dann hätte es nachher keine Diskussionen gegeben und es wäre einer der Bewerber Kommandant, der andere Stellvertreter geworden“, meint Vizebürgermeister Josef Krutzler.

Wenn Bauer mit 1. Jänner das Kommando übernommen haben wird, wird Jim Aumüllner immer noch aktives Feuerwehrmitglied sein. Allerdings wird er mit Jahresende auch seine Funktionen als Landesjugendreferent bzw. Ausbildungsreferent auf Bezirksebene abgeben.