Erstellt am 22. April 2015, 09:41

von NÖN Redaktion

Lkw-Fahrverbot regt auf. Gemeinde Steinberg-Dörfl beantragte 7,5 Tonnen-Beschränkung für L332. Proteste aus Unterpullendorf und Unterloisdorf.

 |  NOEN, www.press-photo.at

Ein Antrag bezüglich eines Fahrverbots für Lkw über 7,5 Tonnen für die L332 befindet sich derzeit im Verordnungsprüfungsverfahren bei der Bezirkshauptmannschaft. „Dieses hatte seinen Ausgang bei der Gemeinde Steinberg-Dörfl und auch bei der Straßenbauabteilung, zumal die Straße im Bereich Steinberg saniert wurde“, erklärt Bezirkshauptmann Klaus Trummer.

Großteil des Schwerverkehrs durch Steinberg

„Derartige Anträge wurden auch schon von meinen Vorgängern eingebracht, damals waren aber beide Straßen von der Belastbarkeit gleich ausgelegt. Mittlerweile ist die Straße in Unterpullendorf ausgebaut worden“, schildert Bürgermeisterin Klaudia Friedl. Von Verkehrszählungen wisse man, dass der Großteil des Schwerverkehrs durch Steinberg gehe. Der Straßenbelag sei schon zusammengeschrumpft, beim Kanal gebe es ständig Rohrbrüche. Den jetzigen Antrag begründet sie damit, dass dieser Wunsch von den Anrainern an sie herangetragen wurde. „Jeder versucht das Beste für seine Bürger zu organisieren, dafür sind wir Bürgermeister“, so Friedl.

Auf wenig Gegenliebe stößt der Wunsch von Steinberg in Unterpullendorf. „Ich sehe das Verhalten meiner Bürgermeister-Kollegin als Wahlzuckerl für Steinberg und als bittere Pille für Unterloisdorf und Unterpullendorf“ , meint Frankenau-Unterpullendors Bürgermeister Anton Blazovich, was auch Ortsvorsteher Freddy Fellinger unterstreicht.

In einem Brief an die Behörde argumentierte Blazovich, dass eine sofortige Tonnage-Beschränkung den Schwerverkehr und dessen negative Auswirkungen nur nach dem Florianiprinzip nach Oberpullendorf und Unterpullendorf verschieben würde. Er wies in dem Zusammenhang auch auf die Situation vor der Volksschule Unterpullendorf hin, wo man zur Hebung der Verkehrssicherheit sogar Elternlotsen im Einsatz hat und sich eine 30 km/h-Beschränkung oder einen Zebrastreifen wünschen würde.

"Wichtig, dass B61a endlich gebaut wird"

Auch die ÖVP Unterloisdorf spricht sich in einem Schreiben an die Ortsbevölkerung vehement gegen die beabsichtigte sofortige Erlassung eines Lkw-Fahrverbots in Steinberg aus und fordert eine Tonnagebeschränkung in allen Anrainergemeinden erst mit Verkehrsfreigabe der B61a zu erlassen.

Friedl zeigt Verständnis für die Reaktionen, sieht aber keine Möglichkeit für eine Kompromisslösung. „Es kann sich keiner hinstellen und sagen, der erste Fahrer fährt nach links, der andere nach rechts, das wäre gerecht“, sagt Friedl. „Umso mehr sieht man, wie wichtig es ist, dass die B61a endlich gebaut wird.“


Lesen Sie mehr zum Thema: