Erstellt am 10. Oktober 2012, 07:46

Stichwahl für vier Ortschefs. Am 4. November | In Kobersdorf, Lutzmannsburg, Mannersdorf und Ritzing gibt es noch keinen Bürgermeister.

Erste Berechnungen und Analysen: Minister Norbert Darabos und Bezirksparteivorsitzender Landesrat Peter Rezar sahen sich die Ergebnisse genau an. Bezirksgeschäftsführerin Claudia Priber berechnete Mandatsunterschiede, Prozente und mehr.  |  NOEN
BEZIRK | Nach der Wahl ist vor der Wahl – zumindest in Kobersdorf, Lutzmannsburg, Mannersdorf und Ritzing. Dort müssen die Bürgerinnen und Bürger am 4. November nochmals zur Wahlurne schreiten, um endgültig zu bestimmen, wer in den kommenden fünf Jahren ihr Ortschef sein soll. Bei den Bürgermeisterwahlen in den Gemeinden hatte es im ersten Wahldurchgang keiner der Kandidaten auf mehr als 50 Prozent gebracht.

Rezar: „SPÖ ist die Bürgermeisterpartei“

Die meisten Bürgermeister hält nach derzeitigem Stand mit 14 Ortschefs die SPÖ. Bezirksparteivorsitzender Peter Rezar ist mit dem Wahlergebnis im insgesamt „sehr, sehr zufrieden“. „Die Sozialdemokratie bleibt die Bürgermeisterpartei“, so Rezar. Durch das Antreten zahlreicher Listen und kleinerer politischer Parteien sei es schwieriger gewesen, das hohe Niveau von 2007 zu halten. Daher seien die 47,8 Prozent im Bezirk ein gutes Ergebnis, auf das man stolz sein könne, so Rezar, der sich bei allen SPÖ-Kandidaten und Mitarbeitern für den engagierten und fairen Wahlkampf bedankte.

„Wir haben auch wunderbare Einzel-Ergebnisse zum Beispiel in Draßmarkt, wo wir drei Mandate und den Vize gewonnen haben oder in Pilgersdorf, wo wir erstmals nach 20 Jahren den Vize erringen konnten“, so Rezar. Erfreulich aus Sicht der Bezirks-SPÖ waren weiters das Mannersdorfer Ergebnis, wo man sich die Absolute wieder zurückholen konnte, die erfolgreichen Bürgermeisterwahlen in Lackendorf und Weingraben mit jeweils völlig neuen Kandidaten sowie in Weppersdorf und Lockenhaus. „Wir haben dort mit unserem jungen Bürgermeister ein sensationelles Ergebnis erzielt“, so Rezar. Die SPÖ-Bezirksmandatare Klaudia Friedl in Steinberg-Dörfl und Erich Trummer in Neutal hätten ebenso zulegen können. Für die Stichwahlen in Kobersdorf, Mannersdorf und Ritzing – „die SPÖ ist dort wieder mandatstärkste Partei“ – rechnet sich Rezar realistische bis gute Chancen aus.

Berlakovich: ÖVP konnte zulegen

Auf Erfolg bei den Stichwahlen hofft auch ÖVP-Bezirksparteiobmann Minister Niki Berlakovich. „Wir haben in allen vier Gemeinden Kandidatinnen und Kandidaten, die etwas für die Menschen bewegen wollen“, ist Berlakovich überzeugt. Erfolge, über die ÖVP am Wahltag bereits jubelte, waren die Vizeortschefsessel in Unterrabnitz, Stoob und Kaisersdorf, die Absolute in Raiding sowie Mandatszugewinne in Oberpullendorf, , Oberloisdorf, Kaisersdorf, Stoob, Lackenbach, Markt St. Martin, Piringsdorf, Steinberg-Dörfl und Weppersdorf.

„Ich sehe das Ergebnis als ein Positives für die ÖVP. Wir haben unsere Bürgermeister behauptet und einen Vizebürgermeister und einen Gemeinderat gegenüber 2007 gewonnen“, erklärt Berlakovich. „Ich bedanke mich bei allen Kandidatinnen und Kandidaten, die sich für diesen wichtigen Wahlgang zur Verfügung gestellt haben und bei den Wählern und Wählerinnen für das entgegengebrachte Vertrauen.“

Kölly: „Viele haben sich wacker geschlagen“

Sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis ist auch Manfred Kölly von der LBL. „Viele befreundete Listen haben sich wacker geschlagen und ein tolles Ergebnis eingefahren. In der Gemeinde ist es ein Persönlichkeitswahlkampf, wo eine Persönlichkeit vorn steht, geht auch etwas weiter“, ist Kölly überzeugt. „Ich glaube, dass es in Zukunft mehr Listen geben wird, speziell bei Gemeinderatswahlen. Wir werden jetzt Schulungen anbieten für die Kandidaten, die in den Gemeinderat eingezogen sind, um sie zu unterstützen.“

Grüne in drei Gemeinderäten

Die Grünen sind in Großwarasdorf, Frankenau-Unterpullendorf und Oberpullendorf wieder in den Gemeinderat eingezogen. Grünen-Bezirkssprecher Josko Vlasich zeigt sich mit dem Bezirksergebnis durchaus zufrieden. „Wir konnten in allen Gemeinden, wo wir angetreten sind, die Mandate behalten. In Oberpullendorf haben wir prozentuell schön zugelegt. Leider hat es für ein zweites Mandat nicht gereicht, aber es war ein schönes Signal vom neuen Spitzenkandidaten“, so Vlasich.

FPÖ: Nur ein einziger Gemeinderat im Bezirk

Die FPÖ war im Bezirk in acht Gemeinden angetreten, unter dem Strich erreichte man mit Harald Müller einen Gemeinderat in Lockenhaus. „Natürlich bin ich enttäuscht“, meinte FPÖ-Bezirksparteiobmann Roland Kozonits. „Wie es weitergeht, weiß ich noch nicht.“ Dies müsse bei einem Bezirksparteitag entschieden werden. „Mir ist es ein Anliegen, dass man sich neu konstituiert. Durch die Wahl haben wir doch mehr aktive Leute bekommen. Wir hoffen, dass wir schlagkräftiger werden.“