Erstellt am 27. Juni 2012, 00:00

Studie: 33 Kirschsorten im Stoober Biri. PROJEKT / Verena Pilz setzte sich im Rahmen ihrer Diplomarbeit mit den Kirschsorten im Streuobstwiesengebiet auseinander.

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STOOB / Im Zuge eines Projektes wurden die Kirschbäume im Stoober Streuobstwiesengebiet untersucht. Verena Pilz schrieb ihre Diplomarbeit über die Untersuchung und die Ergebnisse. Es war die erste Sortenbestimmung der Kirschbäume am Noplerberg. „Insgesamt gibt es im Biri 364 Kirschbäume, davon sind 100 Vogelkirschen“, erzählt Pilz. „Leider gibt es keine Weichseln in Stoob.“ Für die Untersuchung wurden 200 der Bäume genauer unter die Lupe genommen.

Knorpelkirsche, Hedelfinger  und Butterkirsche

33 Kirschsorten wurden im Biri gefunden, in Stoob sind vor allem die Sorten große schwarze Knorpelkirsche, Hedelfinger Riesenkirsche und Butterkirsche vorherrschend.

Diese ist auch die typische regionale Kirschsorte, die einzigartig in der Region ist, so die Kirschexpertin. Neben den wichtigen Sortenmerkmalen wie Frucht und Stein wurden auch Blätter und Blüten untersucht. Die genommenen Proben wurden dann im Labor auf verschiedene Inhaltsstoffe wie Vitamine oder auf den pH-Wert untersucht. Die Früchte wurden auch abgemessen. „Herausragend war, dass die Blätter der großen schwarzen Knorpelkirsche größer waren als die anderen“, führt Pilz aus. Hier bedarf es aber noch weiterer Forschungsarbeit, meint sie weiter.

Als nächster Schritt werden die erhaltenswerten Kirschbäume zur Sortenerhaltung veredelt. Insgesamt 20 Sorten wurden veredelt, außerdem wurden 12 Baumdenkmäler auserkoren – dabei handelt es sich um besonders schöne Kirschbäume an besonders schönen Plätzen.

Der Obstbauverein und die Marktgemeinde Stoob luden am vergangenen Samstag auch die Bevölkerung dazu ein, gemeinsam mit der Expertin die Kirschbäume zu bewundern. Außerdem konnten verschiedene Kirschprodukte und -sorten verkostet werden, die Verena Pilz bei einem Stand vorbereitet hatte. So gab es Kirschenschnaps, Kirschblättertee und Kirschenmarmelade.

Kampf gegen den  Kastanienrindenkrebs

Doch nicht nur die Kirschbäume, sondern auch die Kastanienbäume standen vor Kurzem im Mittelpunkt der Bemühungen in Stoob. Am Gemeindeamt fand vor Kurzem eine Veranstaltung zum Thema Edelkastanie statt, um die Verbreitung des Kastanienrindenkrebs zu erläutern. Anton Reiter vom Naturschutzbund Burgenland erklärt: „In Stoob sind die Bäume stark befallen.“ Der Kastanienrindenkrebs ist eine weit verbreitete Pilzerkrankung. Man versucht, dieser mit einer Anti-Kastanienkrebspaste Herr zu werden. Bei einem Workshop im Biri wurde auch eine Einschulung für die Stoober geboten, wie die Paste aufgebracht werden muss.