Erstellt am 27. März 2013, 10:07

Sturm über dem Bezirk. Schäden im Wald | Windspitzen mit über 170 Kilometer pro Stunden hinterließen ihre Spuren bei der Baumpopulation im Bezirk.

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BEZIRK |  „Es war insgesamt eine stürmische Nacht von 14. auf 15. März“, erklärt Alexander Orlik, Meteorologe bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Die Auswirkungen waren im Bezirk vor allem in den Wäldern der Esterházy-Privatstiftung am Geschriebenstein zu spüren. „Es ist keine Katastrophe“, so Martin Pollak von der Esterházy Privatstiftung. Der Schaden beläuft sich auf etwa 3.500 Festmeter, und weiteren 3.500 Festmeter im Bereich der Batthany, der von der Esterházy Forstverwaltung mitbetreut wird. Allerdings seien das nur etwa drei bis vier Prozent im Holzbereich, so Pollak weiter. Betroffen seien vor allem alte Bäume, und hier vor allem Fichten. Das Problem sei eher die Böigkeit des Windes gewesen als die Geschwindigkeit, berichtet Pollak. Die Aufräumarbeiten in den Wäldern werden noch etwa vier bis fünf Wochen dauern. Robert Gilschwert, Obmann der Urbarialgemeinde Lockenhaus, berichtet: „Bei uns gibt es ganz wenig Schäden, etwa vier bis fünf Bäume sind umgefallen.“ Auch Johann Eichberger vom Landwirtschaftlichen Bezirksreferat führt aus: „Uns wäre nichts bekannt, dass es bei landwirtschaftlichen Kulturen Schäden geben würde.“

Pollak meint allerdings, dass es eventuell zu Problemen kommen könnte, da durch die jetzt entstandenen großen lichten Waldflächen einige Wildarten verstärkt angelockt werden könnten. „Das wird sich aber erst in etwa zwei bis vier Jahren zeigen“, meint er.

Der Sturm sei jedenfalls ein sehr heftiger gewesen. „Ich bin seit 30 Jahren dabei, kann mich nicht an so einen Sturm erinnern“, führt Pollak weiter aus. Auch Orlik kann bestätigen, dass so ein Sturmereignis für das Burgenland bzw. für Österreich sehr selten ist. So wurde auf der Station Hirschenstein ein Sturm mit 172 km/h gemessen. „Der Wind kam von Südost, und dieser wurde so heftig, weil es sich um eine exponierte Stelle handelt und es dort auch keine Hindernisse gibt“, so Orlik. Er erzählt weiter: „Das ist eine Windgeschwindigkeit, die unter 1.500 Metern Seehöhe österreichweit noch nie vorgekommen ist.“ Bemerkenswert sei außerdem, dass der Sturm so großflächig war. „Im Sommer kann es bei einem Wärmegewitter durchaus auch zu Sturmereignissen kommen, aber diese sind dann nur lokal begrenzt“, führt er aus. Dieser Sturm wäre in der Schneise von Rechnitz über den Hirschenstein bis hin zur Rax messbar gewesen.