Erstellt am 19. Januar 2011, 00:00

Synagoge bleibt bei Verein. URTEIL / Das Oberlandesgericht Wien lehnte die Rückabwicklung des Verkaufs an den Verein endgültig ab.

KOBERSDORF / Bereits in der zweiten Instanz wurde die Synagoge in Kobersdorf am Wiener Oberlandesgericht verhandelt. Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) wollte den Verkauf an den Verein zur Erhaltung und kulturellen Nutzung der Synagoge rückabwickeln, weil laut IKG der Verein die Auflagen betreffend der Renovierung nicht eingehalten hätte. Dies wurde nun abgelehnt, ebenso wie ein Antrag auf Revision. „Wir hätten dem Verein den Verkaufspreis zurückerstattet. „Das Oberlandesgericht hat sich aber auf den juristischen Standpunkt gestellt, ’verkauft ist verkauft‘“, erklärt Generalsekretär Raimund Fastenbauer von der Israeltischen Kultusgemeinde die Entscheidung. „Es ist eine juristische Entscheidung, diese muss man akzeptieren. Wir bedauern sie, vor allem, weil die erste Instanz zu unseren Gunsten entschieden hätte. Das Resultat wird leider sein, dass sie Synagoge weiterhin verfallen wird“, befürchtet Fastenbauer. Die Obfrau des Vereins, Naama Magnus, kündigt nach dem endgültigen Urteil weitere Sanierungsschritte in Kobersdorf an. „Nachdem wir nun in diesem gegen unseren Verein angestrengten Prozess, der eine große Belastung darstellte, Recht bekommen haben, werden wir mit verstärkter Motivation unseren Weg zur Bewahrung der Synagoge Kobersdorf als Denkmal für die ausgelöschten jüdischen Gemeinden des Landes weitergehen“, erklärt Magnus.