Erstellt am 08. August 2012, 00:00

Tarródy-Denkmal feierlich enthüllt. SCHLOSS LACKENBACH / Neben der Enthüllung des Tarródy-Denkmals im Schloss fand ein Liederabend im Zuge des Festzyklus „400 Jahre Esterházy in Westungarn“ statt.

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LACKENBACH / Das Tarródy- Denkmal zur Erinnerung an die Schlacht von 1620 wurde am vergangenen Freitag an seinem neuen Standort im Schloss Lackenbach feierlich enthüllt. Graf Nikolaus Esterházy hatte sich 1620 im Zuge der politischen Auseinandersetzungen zwischen Kaiser Ferdinand II und Gabriel Bethlen nach Lackenbach zurückgezogen, um sich vor Bethlens Truppen in Sicherheit zu bringen. Der habsburgertreue Esterházy wurde schließlich von den feindlichen Soldaten belagert, hielt diese aber mit Verhandlungen hin. Die kaiserlichen Soldaten kamen rechtzeitig zu Hilfe und konnten mit dem beherzt aus dem Schloss ausfallenden Esterházy und den tapferen Neckenmarkter Bauern die drohende Schlosseinnahme abwenden, die Belagerer waren bezwungen.

Ein Unterkommandant des feindlichen Lagers, Matthias Tarródy, soll der Überlieferung nach im Gefecht durch eine Kugel verwundet worden und samt seinem Pferd in jene Grube gestürzt sein, die er zuvor als Grab Esterházys ausheben hatte lassen, falls dieser sich nicht ergebe. Durch den Sturz hatte nun er selbst den Tod gefunden. Noch heute zeugt die erhaltene Inschriftentafel von 1623 von diesem Ereignis.

Legende von Tarródy  wurde bestätigt

Der Rest des Denkmals ging in den 1950er-Jahren verloren und wurde später neu geschaffen. Der Überlieferung nach wurde Tarródy samt seinem Pferd und Hund in der für Esterházy auf einem Hügel ausgehobenen Grube bestattet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ der damalige Verwalter des Schlosses das Grab öffnen, um die Legende zu prüfen. Tatsächlich stieß man auf ein menschliches Skelett sowie das eines Pferdes und eines Hundes. 1953 wurde das Denkmal in der Bahnstraße in Lackenbach aufgestellt und 2012, rund 60 Jahre später, wurde es nun abermals verbracht und steht heute im Areal von Schloss Lackenbach, wo es einen würdigen Ort des Gedenkens an die Schlacht 1620 und Matthias Tarródy gefunden hat.

Neben der feierlichen Enthüllung des Tarródy-Denkmals im Schloss Lackenbach fand am Abend ein Festkonzert zum Jubiläum „400 Jahre Esterházy in Westungarn“ statt. Ein Liederabend mit den beiden Künstlern Klemens Sander und Deirdre Brenner mit Texten von Johann Wolfgang von Goethe begeisterte die interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer.

Beim Tarródy Denkmal: Herbert Zechmeister, Bürgermeister Christian Weninger, Robert Tannenbaum und Vizebürgermeister Peter Krail.