Erstellt am 07. Oktober 2015, 06:42

von NÖN Redaktion

Therapiehund vergiftet:„Wie kann man einem Kind so etwas antun?“. Der beste Freund der dreijährigen Annalena musste vermutlich wegen Rattengift elend zugrunde gehen.

Gemeinsames Kuscheln gehörte zum Alltag: Annalena mit ihrer Hündin Fiona. Foto: zVg  |  NOEN, zVg

Der Schock bei Karin und Annalena Wildzeiss über das Ableben der weißen Schweizer-Schäferhündin Fiona sitzt sehr tief. Denn ihre Hündin wurde am vergangenen Freitag von einem Tierhasser vermutlich mit Rattengift vergiftet.

BVZ.at hatte bereits am Montag in einem ersten Artikel berichtet:

„Wir sind alle noch sprachlos, keiner kann glauben, dass Fiona nicht mehr unter uns ist. Wie kann man einem Kind so etwas antun? Die Hündin war eine Bereicherung für meine Tochter und hat leider elend zugrunde gehen müssen“, erzählt Karin Wildzeiss der BVZ.



Die Hündin Fiona war als Diabetiker-Therapiehund ausgebildet worden. In den eineinhalb Jahren der Ausbildung wurde dem Hund beigebracht, Anzeichen von Über- oder Unterzuckerung frühzeitig zu erkennen und darauf aufmerksam zu machen.

Wildzeiss: „Fiona erbrach auf einmal grün“

Am vergangenen Freitagmorgen war die Welt bei Familie Wildzeiss aus Oberpetersdorf noch in Ordnung. Als sie jedoch von einem Krankenhausbesuch wieder nach Hause kamen, fanden sie Hündin Fiona torkelnd und richtig komisch vor.

„Wir waren nur zwei Stunden unterwegs. Niemand hat gewusst, dass wir das Haus verlassen haben. Als wir nach Hause kamen sah ich, dass Fiona im Garten gebrochen hatte. Ich holte sie ins Haus – dort musste sie wieder brechen“, schilderte Wildzeiss.

Anschließend holte sie ihre Tochter Annalena vom Kindergarten ab und kontaktierte sofort den Tierarzt. „Während des Telefonates mit dem Tierarzt erbrach Fiona auf einmal grün“, so Wildzeiss.

Der Tierarzt machte sich sofort auf den Weg zur Familie und nahm an, die Hündin hätte irgendetwas Falsches erwischt. Er verabreichte der Hündin Spritzen und eine Infusion.

Hündin in Blutlacke liegend vorgefunden

„Ich sollte mich nach ein paar Stunden wieder beim Tierarzt melden und Bescheid geben, wie es Fiona geht. Jedoch ging es Fiona unverändert und sie atmete schwerer. Daraufhin kontaktierte ich nochmals den Tierarzt, welcher mir riet am nächsten Tag in seine Ordination zu kommen“, erinnert sich Wildzeiss zurück.

Auf einmal nahm Wildzeiss einen komischen Geruch im Haus wahr. Sie fand Hündin Fiona in einer Blutlacke liegend vor. „Ich habe Wiederbelebungsversuche gemacht, ihr Wasser darüber geleert – doch das alles half nichts mehr. Unsere Hündin ist innerlich verblutet bzw. war der Darm so dick, sie hätte keine Chance mehr gehabt“, so Wildzeiss.

Beim Sezieren stellte der Tierarzt als Todesursache eine innere Verblutung fest, die augenscheinlich durch Rattengift herbeigeführt wurde. „Ich möchte gar nicht darüber nachdenken müssen, was gewesen wäre, wenn meine Tochter Annalena das Rattengift erwischt hätte. Immerhin waren die beiden immer gemeinsam im Garten.“