Erstellt am 21. Mai 2014, 10:49

Therme am Prüfstand. Nachhaltige Entwicklung / Tourismusexperten evaluieren Standort Lutzmannsburg. Auf Basis dessen soll bis Ende Juni Konzept stehen.

 |  NOEN, ANDI.BRUCKNER

Diese Woche geht eine Expertenklausur zum Thermenstandort Lutzmannsburg über die Bühne. Tourismusexperten aus der Schweiz, Tirol und Wien werden im Auftrag der WiBAG eine Evaluierung durchführen. „Bis Ende Juni wollen wir ein Konzept vorliegen haben, wo sich alle wiederfinden. Ob das zu hundert Prozent gelingt, weiß ich allerdings nicht“, meint WiBAG -Vorstand Franz Kast. Dieses Konzept solle festlegen, was für Lutzmannsburg wichtig ist, dass man regional, national und international erfolgreich sein kann.

Wie die BVZ berichtete, hatte es diesbezüglich Auffassungsunterschiede zwischen WiBAG und privaten Hoteliers gegeben. Diese hatten in der jüngeren Vergangenheit die Schließung des Thermen-Ruhebereichs „Silent Dome“ und dessen Angliederung an das WiBAG-eigene Hotel Sonnenpark sowie die geplante Öffnung eines zweiten WiBAG-Hotels kritisiert.

Die Hotelpartner Lutzmannsburg (All in Red, Apfelhof Rohrer, Thermenhof Derdak, Thermenhotel Kurz und Thermenhotel Vier Jahreszeiten) arbeiten derzeit mit einer Beraterfirma an einem alternativen Konzept, das erklärt, „warum ausreichend Beherbergungskapazitäten zur Verfügung stehen, wie die Synergien mit der Sonnentherme besser genutzt werden können, sich der Standort nachhaltig entwickeln kann und die WiBAG dabei wesentlich weniger Geld ausgeben muss.“

Im Rahmen der Evaluierung des Standorts seitens der WiBAG wird laut Kast auch der Experte der Hotelpartner eingebunden werden. Außerdem sollen Interviews geführt werden. In die Planungen, Evaluierungen und Expertisen der WiBAG eingebunden zu werden, entspricht auch dem Wunsch der Hoteliers.

„Wir glauben, dass auch die Sicht der Hoteliers in Lutzmannsburg ein wesentlicher Bestandteil dieser Projekte sein muss. Wir sind täglich mit unseren Gästen in direktem Kontakt und kennen somit ihre Wünsche und ihre inzwischen zahlreichen Beschwerden über die Therme“, so Hotelpartner-Sprecher Thomas Angerer.

Kast: „Ergebnis ist für WiBAG Auftrag“

„Es besteht kein Auftrag von uns, was bei der Evaluierung herauskommen soll. Was immer das Ergebnis sein wird, ist für die WiBAG Auftrag und wird in den Aufsichtsrat hineingetragen“, betont Kast. „Wenn die Expertenkommission sagt, dass ein Ruhebereich nötig ist für die Partnerbetriebe, werden wir einen bauen.“ Auch die Zukunft des zweiten WiBAG-Hotels dürfte vom Ergebnis der Experten-Evaluierung abhängig sein.

Grundsätzlich ist Kast überzeugt, dass der Standort nur mit Qualität der Betten konkurrenzieren kann. „Je weniger Tage die Aufenthaltsdauer der Gäste, desto mehr Sterne braucht ein Hotel“, meint er. Auf einen Nenner scheinen WiBAG und Privathoteliers schon in puncto Marketing gekommen zu sein. Laut Kast wurde vor einigen Wochen ein gemeinsames Marketingkonzept unterschrieben.

„Wir wollen, dass es jedem gut geht, dafür müssen wir etwas erledigen und auch die Partnerbetriebe müssen etwas erledigen.“