Erstellt am 11. April 2012, 00:00

Umwidmung sorgt für Wirbel. PRIVATER BAUPLATZ / Für die ÖVP ist es nicht nachvollziehbar, einen Einzelfall zu unterstützen. SPÖ: „Ungeheuerlich, das auf dem Rücken einer Jungfamilie auszutragen.“

HORITSCHON / Der Antrag eines jungen Pärchens um Umwidmung von Grünland in Bauland sorgte in der vergangenen Gemeinderatssitzung für heftige Diskussionen, nachdem auch ein Anrainer seine Bedenken gegen eine Änderung des Flächenwidmungsplanes in Form einer Erinnerung einbrachte. „Vor dem Jahr 2000, so der Einspruchswerber, habe der jetzige Grundbesitzer die Parzellierung einer daneben befindlichen Siedlung nicht unterstützt, und komme jetzt mit einem Sonderwunsch daher, den die Gemeinde finanzieren und unterstützen soll“, erklärt Vizebürgermeister Emmerich Kohlmann (ÖVP). Nach eingehender Beratung schlug die ÖVP-Fraktion vor, für dieses Gebiet ein Gesamtkonzept mit Aufschließung von neuem Siedlungsgebiet und Schaffung entsprechender Infrastruktur zu erstellen und stellte daher diesen Antrag an den Gemeinderat. Bei der Beschlussfassung wurde dieser von der SPÖ abgelehnt. „Für die ÖVP-Fraktion ist das nicht nachvollziehbar, einen solchen Einzelfall zu unterstützen, da durch diese Maßnahme ein Gesamtkonzept für weitere Bauplätze nicht mehr durchführbar ist. Auch Hinweise auf einen bestehenden Gemeinderatsbeschluss, der besagt, dass die Gemeinde Grund ankauft, parzelliert, aufschließt und wieder verkauft, wurde einfach von der SPÖ-Fraktion ignoriert“, so Kohlmann.

„Klientelpolitik um  jeden Preis“

SPÖ-Chef und Bürgermeister Peter Heger (SPÖ) kontert: „Anstatt konstruktiv für unsere Gemeinde zu arbeiten, besinnt sich die ÖVP offenbar lieber darauf, mittels Schmutzkübeln billiges politisches Kleingeld zu wechseln. Dass das auch noch auf dem Rücken einer jungen Familie passiert, die sich mit ihren beiden Kindern in Horitschon sesshaft machen möchte, ist schlicht eine Ungeheuerlichkeit. Das Argument der ÖVP, wonach ein Gesamtkonzept für eine eventuelle Grundstückaufschließung nun nicht mehr möglich sei, wird aus Hegers Sicht von den Mühlen der Realität gnadenlos zerrieben. „Es wurden bereits vor vielen Jahren Verkehrsflächen konzipiert, aber davon kann die ÖVP-Fraktion nichts wissen. Immerhin hat sie sich mit der Thematik nicht beschäftigt. Stattdessen hat sie sich vielmehr den Kopf darüber zerbrochen, wie man die Ansiedlung einer Familie und damit den Zuwachs in unserer Gemeinde verhindern kann“, erklärt der SPÖ-Chef.

„Drei Monate sind zu kurz  für ein Gesamtkonzept“

„Zu allem Überdruss scheint der ÖVP nun auch noch jegliches Zeitgefühl abhanden gekommen zu sein, hat sie doch im Gemeinderat vorgeschlagen, innerhalb von gerade einmal drei Monaten Kaufgespräche für das gesamte Gebiet zu führen, ein Entwicklungskonzept zu erstellen und auch die Herstellung der Infrastruktur berechnen bzw. die Möglichkeit der Herstellung prüfen zu lassen – das geht in diesem kurzen Zeitraum einfach nicht“, so Heger.