Erstellt am 22. Juni 2015, 16:42

von APA/Red

Unmut in Bezirks-SPÖ über Rezar-Ablöse. Der Entschluss, Landesrat Peter Rezar (SPÖ) abzulösen (Rezar wird in der Landesregierung durch Norbert Darabos (SPÖ) ersetzt, Anm.) sorgt offenbar in der Bezirks-SPÖ von Oberpullendorf für Unmut.

Peter Rezar  |  NOEN, zVg
"Durch diese eigenwillige Entscheidung ist das Vertrauensverhältnis zwischen der Bezirkspartei und der Landespartei deutlich gestört", hieß es am Montag in einer Aussendung der Bezirks-SPÖ.

In der Bezirksausschusssitzung sei bei einer Analyse der Landtagswahl vom 31. Mai die Koalitionsvereinbarung mit den Freiheitlichen angesichts der Optionen - eine rot-blaue Regierung oder der Weg in die Opposition - "zur Kenntnis genommen" worden. Von "zahlreichen Sitzungsteilnehmern" habe es jedoch schwere Kritik an der Landesparteiführung "im Hinblick auf die neue Regierungsmannschaft der SPÖ" gegeben.

Vor allem das "unfreiwillige Ausscheiden" von Sozial- und Gesundheitslandesrat Rezar aus der Landesregierung sei "auf breites Unverständnis und einhellige Ablehnung" gestoßen. Rezar, der künftig als Abgeordneter im Landtag sitzt, sei als Bezirksparteivorsitzendem "einstimmig das Vertrauen ausgesprochen" worden.

Der Bezirksgeschäftsführer von Oberpullendorf war für die APA nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Beim Bezirksausschuss anwesend war der Präsident des Sozialdemokratischen Gemeindevertreterverbandes, Erich Trummer. An der Sitzung hätten um die 100 Personen teilgenommen, so Trummer auf APA-Anfrage. Es sei "wichtig und gut", dass in so einem Gremium offen diskutiert werde: "Gott sei Dank haben wir im Bezirk Oberpullendorf eine sehr offene Diskussionskultur."

Dass es bei über 100 Menschen zu unterschiedlichen Meinungen komme, das sei normal und legitim. Ob das Vertrauensverhältnis der Bezirks- zur Landespartei "deutlich gestört" sei? "Ich würde das so nicht formulieren", meinte Trummer. Natürlich verstehe er die Emotionen, die in der Sache lägen. "Wir brauchen da weitere Klärung und Aufklärung über das Warum und Weshalb. Das ist auch so vereinbart worden - insofern braucht das keinen weiteren Kommentar."

Seines Wissens habe man sich zwischen Landes- und Bezirkspartei verständigt, sich im Bezirksausschuss zusammenzusetzen, um diese Klärung dort persönlich vorzunehmen.