Erstellt am 29. Oktober 2013, 11:08

Verband ab 1. Jänner. Standesämter / Mit Jahresbeginn soll der Standesamtsverband Mittelburgenland starten. Nicht alle Gemeinden werden dabei sein.

Infoveranstaltung: Bereits im Juli gab es eine Informationsveranstaltung in puncto Standesamtsverband, bei der auch Oberpullendorfs Stadtchef Rudolf Geißler, Lockenhaus' Ortschef Christian Vlasich, mittelburgenland plus-Geschäftsführerin Heidi Drucker, Fachverbandsvorsitzender Gerhard Horwath, Oberpullendorfs Vizestadtchefin Elisabeth Trummer und Bezirkshauptmann Klaus Trummer anwesend waren.  |  NOEN

Standesämter / Mit kommendem Jahr soll in der Region ein Standesamtsverband geschaffen werden (die BVZ berichtete). Das Thema war nun in den Gemeinderatssitzungen des Bezirks Thema.

Nikitsch und Kobersdorf dagegen

Nach derzeitigem Stand wurde der Verband in Deutschkreutz, Horitschon, Ritzing und Großwarasdorf nicht behandelt, Nikitsch und Kobersdorf sprachen sich im Gemeinderat gegen eine Teilnahme beim Standesamtsverband aus, so Gerhard Horwath, Bezirksvorsitzender des Fachverbandes der Amtmänner.

Der Standesamtsverband soll als Pilotprojekt im Burgenland dienen – eine zentrale Stelle, die im Rathaus in Oberpullendorf eingerichtet wird. Diese soll sich mit allen administrativen Fragen beschäftigen und damit auch Rechtssicherheit schaffen. Trauungen werden aber nach wie vor in den einzelnen Gemeinden durchgeführt.

Landesregierung wird Thema behandeln

Der Verband soll in der nächsten Sitzung der Landesregierung behandelt und dann verordnet werden. Die Stellenausschreibung für die zentrale Stelle sei bereits an die Gemeinden im Bezirk hinausgegangen und werde auch im nächsten Landesamtsblatt verlautbart, erklärt Horwath weiter.

„Der Standesamtsverband soll mit 1. Jänner 2014 starten“, führt er weiter aus. Sitz wird in Oberpullendorf, Obmann der Bürgermeister der Sitzgemeinde, also Rudolf Geißler, sein. Im Verbandsvorstand werden alle Bürgermeister der teilnehmenden Gemeinden sitzen. „Dieser wird alle wesentlichen Entscheidungen treffen“, so Horwath.

Kosten: ein Euro pro Einwohner

Die Kosten für die einzelnen Gemeinden werden – wie im Vorfeld auch angekündigt – einen Euro pro Einwohner nicht überschreiten, da man den Dienstposten nicht als Vollzeit-, sondern nur als Teilzeitstelle ausgeschrieben habe.

Auch für den Landesleiter der Burgenländischen Standesbeamten, Gilbert Lang, machen solche Verbände Sinn: „Wenn man bedenkt, dass man bei einem kleineren Standesamt die gleichen technischen Voraussetzungen und das gleiche Fachwissen haben muss, wie beim Standesamt Wien-Innere Stadt mit zehntausenden von Personenstandsfällen. Auf der anderen Seite würden auch die Bürgerinnen und Bürger profitieren, wenn sie bei einer Stelle immer prompte, aktuelle und vor allem rechtlich fundierte Auskünfte oder Erledigungen ihrer Anliegen erhalten, da beim Bezirksstandesamt jene Profis arbeiten, die aufgrund der Vielzahl von Verfahren auch die nötige Erfahrung haben. Auch Argumente, dass man nun von der Heimatgemeinde zum „Bezirksstandesamt“ fahren muss, können dadurch entkräftet werden, dass man sehr viele Anträge auch telefonisch oder per E-mail erledigen kann.“