Erstellt am 18. Juli 2012, 00:00

Verkauf der Schule Kogl: SPÖ verließ die Sitzung. GEMEINDERAT / Die ÖVP beschloss den Verkauf des Gebäudes in Kogl, die vier SPÖ-Gemeinderäte zogen vor dem Beschluss aus.

PILGERSDORF / Mit zwölf Stimmen der ÖVP-Gemeinderäte wurde am Mittwoch im Gemeinderat der Verkauf der ehemaligen Volksschule, der Lehrerwohnung und des Grundstückes für einen Verkaufspreis von 98.000 Euro beschlossen. Der Schulbetrieb wurde 1979 eingestellt. Kogls Ortsvorsteherin Waltraud Weber (ÖVP) enthielt sich ihrer Stimme. Weber wollte sich zu ihrer Entscheidung nicht äußern. Die vier Mitglieder der SPÖ-Fraktion zogen vor der Abstimmung aus dem Gemeinderat aus. „Wir haben uns den Entschluss nicht leicht gemacht, nachdem aber voraussichtlich ein Beschluss gegen die Bevölkerung von Kogl gefasst wird, verlassen wir die Sitzung“, so SPÖ-Gemeinderat Anton Grosinger.

Dies war bereits die zweite Sitzung, bei der die Volksschule auf der Tagesordnung stand, bei der ersten war man aufgrund zu weniger Anwesender nicht beschlussfähig. Im Vorfeld hatte das Thema bereits große Aufregung und einen regen Briefwechsel sowie verschiedene Aussendungen (die BVZ berichtete) verursacht. Dem Beschluss ging eine hitzige Diskussion voraus, der auch die zahlreichen Zuhörer, vorwiegend aus Kogl, lauschten. „Das Thema hat schon vor der heutigen Gemeinderatssitzung Wirbel ausgelöst“, so Ortschef Ewald Bürger.

„Lebensader für den Ortsteil Kogl“

„Dass das nicht angenehm für den Ortsteil ist, verstehe ich, aber die Aufregung jetzt, wo das Gebäude so wenig genutzt wird, verstehe ich nicht“, so Bürger. Grosinger dagegen meinte: „Diese Schule ist gemeinsam mit dem Feuerwehrhaus die Lebensader für das Dorfleben.“ Die Ortsbewohner haben eine enge Beziehung zum Gebäude, da man es selbst finanziert und gebaut und erst in den Jahren 1996/97 anlässlich der 400-Jahr-Feier von Kogl renoviert habe, so Grosinger weiter.

Da man, seit die Gemeinde das Schloss ausgetauscht hat, keinen Schlüssel für das Gebäude habe, könne man dort auch nur wenige Veranstaltungen abhalten, führte er weiter aus. In der Vergangenheit seien dort aber Feuerwehrbälle, Faschingssitzungen oder andere Veranstaltungen durchgeführt worden. „Den Schlüssel hätte man von der Gemeinde bekommen können“, entgegnete der Bürgermeister und wies auch auf den Keller des Feuerwehrhauses als geeignete Veranstaltungsstätte hin, worauf Grosinger meinte, dass dort nur 25 Personen Platz hätten. Im Laufe der Diskussion übergab er auch eine Unterschriftenliste mit 85 Unterschriften gegen den Verkauf. „Unterschriftenlisten sind ein demokratisches Mittel“, so der Ortschef. Da es sich um ein Gemeindeobjekt handelt, entscheide aber auch die Gemeinde, meinte er.

„Optimale Zeit für sachliche Diskussion wurde verpasst“

Vizebürgermeister Josef Thurner (ÖVP) erklärte, dass die Gemeinde die laufenden Kosten und die Verantwortung für die Schule hätte, daher auch das Recht, zu entscheiden. Auch auf einen eventuell anstehenden Sanierungsbedarf wurde hingewiesen. „Die optimale Zeit, um sachlich zu diskutieren, wurde verpasst“, räumte er ein. Grosinger kündigte an, Rückforderungen der Investitionen der Kogler - sowohl zeitliche als auch finanzielle - rechtlich prüfen zu lassen.

Als Nachbar ist die Feuerwehr auch von dem Verkauf betroffen. Bei einer Begehung mit dem Amtsleiter und den Eltern des Käufers wurde vereinbart, dass der Feuerwehr entsprechender Platz frei gehalten wird. Nachdem sich auch der Feuerwehrkommandant eingeschalten hatte, wurde vereinbart, dass im hinteren Bereich 13 Meter Platz für die Feuerwehr gelassen werden. „Ich wäre gerne eingeladen worden, ich habe auch darum gebeten“, ärgerte sich Grosinger. „Das ist kein Teilungsplan, sondern eine Skizze“, meinte er weiter. „Es gibt noch keinen Teilungsplan, nur einen Entwurf“, so Bürger. Er meinte auch, dass man eventuell einen Zubau ins Auge fassen sollte, den man auch mit dem Geld aus dem Schulverkauf finanzieren könne.

SPÖ-Fraktionsvorsitzender Gerd Nezold führte aus: „Ich hätte vorgeschlagen, dass man sich mit der Bevölkerung zusammensetzt und dann entscheidet. Es geht um die Bevölkerung von Kogl.“