Erstellt am 11. Juli 2012, 00:00

versank im Wasser. es über 30 Einsätze. Auch andere Gemeinden waren betroffen.

Zahlreiche Supermärkte betroffen: Die Feuerwehren hatten auf Parkplätzen und in Geschäften alle Hände voll zu tun.  |  NOEN, GRABNER

OBERPULLENDORF / Supermärkte, Keller von Privathäusern, Tiefgaragen und sogar die Bezirkshauptmannschaft und das Krankenhaus standen vergangenen Donnerstag unter Wasser.

Ein starkes Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen und Hagel hielt im Bezirksvorort nicht nur die Florianis der Stadtfeuerwehr, sondern auch Feuerwehren aus den umliegenden Gemeinden, die zur Hilfe kamen, auf Trab.

Der Stooberbach war innerhalb kürzester Zeit stark angeschwollen, das Kanalnetz komplett überlastet. Es konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Kurz vor 18 Uhr kamen die ersten Notrufmeldungen ins Feuerwehrhaus, im Minutentakt folgten weitere Notrufe. Die Stadtfeuerwehr Oberpullendorf fuhr mit allen Pumpen und Fahrzeugen aus, um den Beteiligten zu helfen.

Wassereintritt im  Operationssaal

Einer der ersten Einsätze führte die Feuerwehrleute ins Krankenhaus Oberpullendorf. Dort war Wasser von einem Hang in Richtung einer Fluchttür geflossen und drang so in das Gebäude ein, wo es in weiterer Folge bis zum Portier floss. Die Feuerwehr musste das einige Zentimeter hohe Wasser wegpumpen. Außerdem gab es einen Wassereinbruch im Bereich des großen Operationssaals der Chirurgie. Das Wasser war über das Flachdach in die geschlossene - staubdichte - Decke des Operationssaals eingedrungen. „Wir mussten den OP stilllegen und die Decke aufreißen“, berichtet Verwaltungsdirektor Herbert Pauer. Er konnte eine Firma auftreiben, die bereits tags darauf gleich um 7 Uhr früh vor Ort war, um den Schaden zu beheben. Die Ursache für den Wassereintritt ist laut Pauer noch nicht geklärt.

Durch Lichtschächte drang das Wasser in den Keller der Bezirkshauptmannschaft ein. Rund 200 Quadratmeter Fläche standen laut Bezirkshauptmann Klaus Trummer etwa zehn Zentimeter hoch unter Wasser. „Ein bisschen etwas von den Akten hat es erwischt. Ich gehe aber nicht davon aus, dass Großes verloren gegangen ist“, zog der Bezirkshauptmann eine erste Bilanz. Von der Überflutung betroffen waren nämlich vor allem auch jene Bereiche, in denen sich das Papierlager befindet.

Rund 200 Florianis waren  insgesamt im Einsatz

Allein in Oberpullendorf wurden an diesem Tag mehr als 30 Einsätze von den Feuerwehren abgearbeitet.

Diese waren aber auch in anderen Teilen des Bezirks im Einsatz. So musste die Feuerwehr Neutal in ihrer Gemeinde vier Keller auspumpen und Straßen reinigen, wobei sie bei Letzterem Unterstützung von den Florianis aus dem Bezirksvorort und deren Tanklöschfahrzeug 4000 bekamen.

Die Stoober Feuerwehrleute mussten in ihrer Ortschaft zu Pumparbeiten in die Kirchengasse, zum Starka und auf den Hauptplatz ausrücken.

Im Einsatz standen an diesem Abend neben den Freiwilligen Feuerwehren Oberpullendorf, Stoob und Neutal auch die Wehren aus Unterpullendorf, Unterfrauenhaid, Raiding, Piringsdorf, Steinberg, Dörfl, Draßmarkt, Großwarasdorf und Lutzmannsburg. Rund 200 Florianis leisteten den Opfern der Unwetter Hilfe.

Zu den Betroffenen gehörte auch die Landwirtschaft. Laut Österreichischer Hagelversicherung entstand am Donnerstag in den Bezirken Oberpullendorf und Neusiedl am See durch Hagelunwetter ein Schaden von 500.000 Euro. Rund 1.600 Hektar Gemüse und Wein seien betroffen.