Erstellt am 15. August 2012, 00:00

Verwirrung um illegale Pilzkontrolleure. NUR MIT AUSWEIS / Vermeintliche Pilzkontrolleure waren im Bezirk untwergs. Echte Forstschutzorgane können sich ausweisen.

Riesenfund: Lukas Böhm aus Piringsdorf fand beim Schwammerlsuchen vor Kurzem einen ganz besonders großen Bovist.ZVG  |  NOEN
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BEZIRK /  Die Pilze in den heimischen Wäldern locken nicht nur Schwammerlsucher, sondern auch Betrüger an. Vermeintliche Kontrolleure halten die Schwammerlsucher an und fordern die Herausgabe der Pilze. Erst am Wochenende gab es laut Bezirkspolizeikommando so einen Vorfall. Dabei forderten ein rund 60-jähriger Mann und eine chinesische Frau in Piringsdorf einen 34-jährigen Mann auf, die gesammelten Schwammerl herauszugeben. Als er dies verweigerte und den Förster verständigte, fuhren sie in einem silbernem Auto mit Wiener Kennzeichen davon.

Forstschutzorgane dürfen  Menge kontrollieren

Herbert Karlovits vom Bezirkspolizeikommando erklärt: „Falls jemand kontrolliert wird, soll er auf jeden Fall einen Ausweis verlangen. Falls die betreffende Person keinen Ausweis vorweisen kann, sollte man den Vorfall umgehend bei der Polizei melden.“ Bei der Bezirkshauptmannschaft ist zwar kein Fall bekannt, allerdings hat Bezirkshauptmann-Stellvertreterin Ursula Korner bereits von den vermeintlichen Kontrolleuren gehört. „Grundsätzlich dürfen Privatpersonen keine Organstrafen aussprechen“, stellt sie klar. Kontrollieren dürfen außerdem nur beeidete Forstschutzorgane. Im Bezirk Oberpullendorf gibt es zwölf dieser Organe. „Diese dürfen auch aus dem Wald ausweisen oder die Pilze vorläufig beschlagnahmen“, führt sie aus. Erlaubt seien nach § 174 Forstgesetz zwei Kilogramm pro Person und Tag. Das Strafmaß bei Missachtung kann bis zu 150 Euro betragen.

Und auch Korner weist darauf hin, dass sich diese Forstschutzorgane ausweisen müssen. Anzeigen in Bezug auf zu viel gesammelte Pilze hätte es noch nicht gegeben, erzählt sie weiter, allerdings solche wegen verparkter Wege oder Zufahrten. Korner, die auch Referatsleiterin für Natur-, Tier- und Umweltschutz ist, macht in diesem Zusammenhang auch darauf aufmerksam, dass man sich im Wald mit einer gewissen Sorgsamkeit und auch ruhig bewegen sollte. Einer, der sich im Wald und auch mit nicht alltäglichen Pilzen gut auskennt, ist Wilfried Felber aus Tschurndorf. Heuer hat er neben den „normalen“ Speisepilzen wie Steinpilzen, Parasol und Eierschwammerl auch einige außergewöhnliche gefunden. „Es gibt zum Beispiel den Perlpilz, der fast nicht genommen wird. Er schaut so ähnlich wie ein Parasol aus“, erklärt Felber. Auch der Grüntäuberling habe einen guten Geschmack, so Felber. Nur in Fichtenwäldern findet man den rosafleischigen Parasol, der sich vor allem durch seinen dickeren Stamm und den dickeren Hut auszeichnet. Der Kaiserling zeichnet sich durch seine schöne orange Farbe aus, während der Korallenpilz goldgelb ist. „Wenn der Pilz einen gelben Stich hat, dann sollte man eher die Finger davon lassen“, meint er.