Erstellt am 05. Oktober 2011, 08:37

Vitikult-Winzer erforschen klimaschonenden Weinbau. PIONIERARBEIT /  Auf Basis wissenschaftlicher Daten soll ein Maßnahmenkatalog für nachhaltigen Weinbau erstellt werden.

BEZIRK /  „Wir wollen einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck in der Natur hinterlassen“, erklärt Winzer Stefan Lang das Ziel einer Studie, die die acht Vitikult-Weinbaubetriebe gemeinsam mit der Firma Sekem Energy und der Technischen Universität Graz durchführen.

Wissenschaftlich fundierte Kriterien für einen nachhaltigen, klimaschonenden Weinbau sollen im Zuge der Studie definiert, hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzbarkeit entwickelt und ein Katalog mit effizienten Maßnahmen erstellt werden. Den Vitikult-Winzern geht es dabei darum, die Kohlendioxid-Emissionen und die hohen Energieverbräuche bei der Produktion des Weins in ihren Betrieben zu reduzieren, wobei neue Ansätze der Energieversorgung und Energieeinsparung auf ihre Effizienz überprüft werden sollen. „Wir wollen nachhaltig arbeiten. Es bringt nichts, wenn man biologisch arbeitet und dann hundert Mal mit dem Traktor durch den Weingarten fährt und Kohlendioxid ausstößt“, versucht Lang die Philosophie der Vitikult-Winzer hinter dem Projekt sichtbar zu machen.

Ergebnisse sollen bereits  Mitte 2012 am Tisch liegen

Dieses startet nun zunächst mit der Erhebung der Daten der acht Vitiklutbetriebe, die zusammen 186 Hektar Weingärten bewirtschaften. Es geht dabei um Zahlen wie den derzeitigen Energieverbrauch pro Betrieb, die Menge der fossilen Energie, die pro Hektar bzw. Liter Wein in jedem einzelnen Betrieb benötigt wird und die Höhe des Kohlendioxid-Ausstoßes pro Liter Wein. „Wir wollen eruieren, wieviel Belastung wir haben und was wir dagegen tun können“, so Lang. Er erwartet sich, dass die Ergebnisse bis Mitte nächsten Jahres vorliegen.

Die erarbeiteten Kriterien sollen dann auch in zwei öffentlichen Veranstaltungen anderen Weinbaubetrieben zugänglich gemacht werden. Außerdem sollen die Daten der Studie auch als Grundlage für die Entwicklung der Nachhaltigkeitskriterien im Weinbau österreichweit dienen, welche für das neue Österreichische Umweltprogramm (ÖPUL) noch erarbeitet werden müssen und nach dem Jahr 2014 in Kraft treten sollen.

Die Gesamtkosten für das Projekt, das auch vom Förderprogramm Leader Plus finanziell unterstützt wird, betragen 27.000 Euro. „Das ist eine Pionierarbeit, so etwas gibt es in Österreich noch nicht“, zeigt sich auch Geschäftsführerin Heidi Drucker vom Förderverein mittelburgenland plus vom Projekt begeistert.