Erstellt am 22. Juni 2011, 00:00

Volksschüler setzt sich für Asylfamilie ein. RUND 300 UNTERSCHRIFTEN IN DREI TAGEN / Maximilian aus Horitschon und seine Familie starteten eine Unterschriftenaktion.

HORITSCHON / „Lieber …! Ich spiele in der Schule gern mit dir. Du bist mein Freund, du bist gut in der Schule. Ich möchte nicht, dass du weggehst. Das macht mich traurig“, lautet ein Hilferuf des Volksschülers Maximilian. Denn ein Asyl-Fall sorgt derzeit in der Gemeinde für Aufregung.

Eine vierköpfige Familie, da-runter Maximilians bester Freund, soll abgeschoben werden. Seit drei Jahren lebt die Familie im Burgenland. Zuerst wohnte sie in Oberpullendorf, dann wurde sie in Horitschon untergebracht. Laut Grünen-Obmann Michel Reimon, der ebenfalls für den Verbleib der Familie in Horitschon kämpft, hätte der Familienvater bereits Jobzusagen von Arbeitgebern und könnte so seine Familie selbst versorgen, er bekommt aber keine Arbeitsbewilligung.

Maximilian schrieb diesen Brief, damit sein Freund und seine Familie nicht das Land verlassen müssen. Die Familie von Maximilian startete eine Unterschriftenaktion, in nur drei Tagen wurden rund 300 Unterschriften gesammelt. „Maximilian ist ganz fertig, dass sein Freund das Land verlassen muss. Er versteht nicht, warum das so ist. Er hat zurzeit kein anderes Thema mehr“, erklärte die Mutter von Maximilian im Gespräch mit der BVZ. Der Brief von Maximilian und die Unterschriftenliste wurden an die betroffene Familie weitergeleitet. Diese hat einen Bleiberechtsantrag gestellt, in dem der Brief und die Unterschriftenliste mit an den Akt gehängt wurden.

Politische Diskussion um  drohende Abschiebung

Während Michel Reimon davon spricht, dass Landeshauptmann Hans Niessl in dem Fall „noch bis zur letzten Sekunde eingreifen“ und eine Abschiebung verhindern könne, ist dies laut Auskunft von Niessls Büro nicht möglich (siehe auch Artikel auf Seite 3): Da der Fall bereits im Jahr 2010 vom Asylgerichtshof rechtskräftig und negativ entschieden worden sei, gäbe es keine Möglichkeit für ein humanitäres Bleiberecht. Derzeit liegt der Fall in zweiter Instanz im Innenministerium zur Prüfung.